Kletter-Drama
«Für uns alle unfassbar»: Schule Brugg trauert um Fünftklässlerin

Grosse Betroffenheit an der Schule Brugg: Klassenkameraden und Lehrpersonen müssen Abschied nehmen von einer 11-jährigen Mitschülerin. Das Mädchen kam bei einem tragischen Unfall im Bözberger Ortsteil Linn ums Leben.

Michael Hunziker
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In diesem alten Steinbruch im Sagemülitäli kam es zur Tragödie.

In diesem alten Steinbruch im Sagemülitäli kam es zur Tragödie.

Claudia Meier/TeleM1

«Wir sind sehr traurig», sagt Barbara Iten, Schulleiterin im Brugger Stapferschulhaus, wo die 11-Jährige die 5. Klasse besuchte. «Es ist für uns alle unfassbar, dass dieses fröhliche Mädchen aus unserer Mitte gerissen wurde und gehen musste. Wir vermissen sie.»

Die Schulleiterin spricht von einem einschneidenden Ereignis. Der Unfall sei als Thema allgegenwärtig an der Schule. «Trauer und Betroffenheit sind riesengross.» Die Kinder hätten im Schulhaus einen Erinnerungsplatz eingerichtet und geschmückt mit Kerzen, Blumen, Zeichnungen sowie persönlichen Gegenständen.

Ein Wechselbad der Gefühle

Der Umgang mit der Trauer und die Verarbeitung der Tragödie sei von Kind zu Kind sehr unterschiedlich, weiss die Schulleiterin. «Es muss für alles Platz haben.»

Für viele sei es ein Wechselbad der Gefühle. Denn jetzt vor den Sommerferien stehen auch stimmungsvolle Feiern, Präsentationen von Projektarbeiten oder lustige Theateraufführungen auf dem Programm. «Einmal ist die Stimmung aufgeräumt, einen Moment später wieder bedrückt. Durch dieses tragische Ereignis sind alle noch enger zusammengerückt.»

In diesem Steinbruch stürzte die 11-Jährige in den Tod.
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In diesem Steinbruch stürzte die 11-Jährige in den Tod.
In diesem Steinbruch stürzte die 11-Jährige in den Tod.
Die 11-Jährige kletterte nicht das erste Mal im Steinbruch an einer Felswand hoch.

In diesem Steinbruch stürzte die 11-Jährige in den Tod.

Claudia Meier

Die Trauerfeier findet am Dienstagnachmittag in der Stadtkirche Brugg statt. Die Schüler hätten frei, die Teilnahme am Abschiedsgottesdienst sei freiwillig, sagt Barbara Iten. Die Klassenlehrperson sowie die Schulsozialarbeiterin werden die anwesenden Kinder begleiten.

Trotz Trauer: Derzeit laufen in Brugg die Jugendfest-Vorbereitungen. Am Rutenzug am Donnerstag werden alle Klassenkameraden des verstorbenen Mädchens eine pinke Rose als spezielles Zeichen und als Andenken mitnehmen, sagt Barbara Iten. «Die Klasse darf fröhlich sein. Sie trägt ihre Mitschülerin im Herzen mit.»

Staatsanwalt untersucht Unfall

Die Tragödie ereignete sich am Sonntag vor einer Woche. Das Mädchen befand sich auf einem Ausflug zusammen mit ihrer Mutter und einer Schulkollegin. Beim Klettern an der Felswand in einem alten Steinbruch auf dem Natur- und Kulturweg im Sagemülitäli im Bözberger Ortsteil Linn stürzte das Mädchen ab.

Landwirt Rudolf Dätwiler hörte die Rettungskräfte und beobachtete, dass ein Mädchen reanimiert wurde. Zum Einsatz kam auch der TCS-Helikopter. Es sei anzunehmen gewesen, dass etwas Ernste vorgefallen sei, sagte der Landwirt gegenüber dem Fernsehsender Tele M1. Er habe bisher noch nie gehört, dass an dieser Felswand etwas passiert sei.

Die Staatsanwaltschaft hat ein Verfahren eröffnet und untersucht jetzt, wie es zum Kletterunfall kommen konnte. Ein Mitglied der Regionalpolizei Brugg verletzte sich beim Einsatz durch einen aufgewirbelten Gegenstand am Auge.

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