Hausen
Für jedes Quartier den passenden Ansatz: Zusätzlicher Wohnraum ist gefragt

In Hausen läuft die Revision der Nutzungsplanung – Interessierte können sich einbringen in der Mitwirkung.

Michael Hunziker
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Um die Siedlungsentwicklung nach innen fördern zu können, sind Auf- und Umzonungen vorgesehen.

Um die Siedlungsentwicklung nach innen fördern zu können, sind Auf- und Umzonungen vorgesehen.

Claudia Meier (25. August 2015

Wie kann Lebensraum attraktiv gestaltet, wie können Lebensqualität und Identität erhalten werden? In welche Richtung soll sich die Gemeinde mit ihrem Wohn- und Arbeitsangebot entwickeln? In Hausen wird die Nutzungsplanung revidiert und parallel ein Kommunaler Gesamtplan Verkehr erarbeitet.

Anders gesagt: Neben den generellen Anpassungen an das übergeordnete Recht soll basierend auf dem im 2018 erar­beiteten Räumlichen Entwicklung Leitbild (REL) aufgezeigt werden, wie, wo und mit welchen Rahmenbedingungen das Bevölkerungswachstum und die Abwicklung der künftigen Verkehrsströme geschehen sollen, fasst Gemeindeammann Eugen Bless zusammen. Derzeit kann die Bevölkerung ihre Anliegen einbringen: Noch bis am 26. Januar läuft die öffentliche Mit­wirkung.

Für jedes Quartier den passenden Ansatz

Vorgesehen sind mit der Revision der Nutzungsplanung verschiedene Verdichtungsmassnahmen. Zu diesen gehören Auf- und Umzonungen von geeigneten Gebieten, um die Siedlungsentwicklung nach innen fördern zu können. Von der kantonalen Abteilung Raumentwicklung vorgegeben ist das Ziel von 4413 Einwohnerinnen und Einwohnern innerhalb der Wohn- und Mischzonen.

Anhand spezifischer Merkmale wurde das Siedlungsgebiet in acht Quartiere eingeteilt: Unterdorf, Soorematt, Mitteldorf, Tannhübel, Mülacher, Stück, Münzental sowie Entwicklungsareal Süd. Für jedes wurde ein Merkblatt erstellt, in dem der Istzustand sowie die Zielvorstellungen beschrieben werden. Ebenfalls sind Handlungsempfehlungen in den Bereichen Bebauung, Frei- und Grünraum sowie Erschliessung aufgeführt.

Die verlangte Innenverdichtung soll mit massgeschneiderten Lösungen so geregelt werden, dass die Lebens- und Wohnqualität erhalten oder sogar gesteigert werden kann, führt Gemeindeammann Bless aus. Die individuellen Quartiereigenschaften seien unter Mithilfe der neu erstellten Quartierbeschriebe zu erhalten und zu stärken. Gleichzeitig seien die Regelungen in der Bau- und Nutzungsordnung so auszugestalten, dass den Bauherren eine möglichst einfache Handhabung sowie eine grosse Gestaltungs- und Nutzungsfreiheit zugestanden werden.

Für jedes Quartier sei der passende Entwicklungsansatz zu wählen, heisst es denn auch im Planungsbericht. Die kleinteilige Baustruktur und Durchgrünung der Einfamilienhausquartiere an den Hanglagen sollen beibehalten werden. Die dichteren Wohnquartiere mit vielen Mehrfamilienhäusern zwischen der Haupt- und Kantonsstrasse seien für eine massvolle Verdichtung geeignet.

Auch Mischgebiete, in denen Gewerbe- und Wohnnutzungen nebeneinander bestehen, bieten laut Planungsbericht Potenzial für eine dichtere Weiterentwicklung. Die T-Kreuzung, die das Zentrum von Hausen bildet, soll durch «geschickt gesetzte» Neubauten gestärkt werden. Dabei müsse der Eingliederung der Bauten und dem Umgang mit dem Bestand besondere Beachtung geschenkt werden.

Für Entwicklung sind drei Areale besonders wichtig

Erhalten bleiben ebenfalls die ortsbildprägenden und identitätsstiftenden Bauten. Auch der Baumbestand, lautet die Absicht, werde sichergestellt und erweitert.

Drei Areale sind gemäss Planungsbericht für die künftige Entwicklung von Hausen von zentraler Bedeutung: Reichholdareal im Süden – mit Fokus auf den Hightechbereich –, Tann­hübel im historischen Ortsteil sowie Unterdorf am nördlichen Rand der Gemeinde. «Diese Areale sind noch wenig bebaut und versprechen ein hohes Potenzial für die Innenentwicklung von Hausen», heisst es im Planungsbericht. Um dieses Potenzial voll ausschöpfen zu können, seien verschiedene Vorkehrungen notwendig. Die Stichworte lauten Gestaltungsplanpflicht, Qualitätsverfahren sowie gebietsspezifische Zielvorgaben.

Kernthemen beim Kommunalen Gesamtplan Verkehr schliesslich sind die Ortsdurchfahrt, das Fuss- und Veloverkehrsnetz, die Parkierung, die Zugänglichkeit zu den Bushaltestellen sowie das Verkehrsmanagement. Ziel ist es, das Verkehrsaufkommen mit den Verkehrskapazitäten und der Siedlungsentwicklung abzustimmen.

Die Planungsunterlagen liegen in der Gemeindeverwaltung auf oder sind einsehbar auf der Website der Gemeinde unter www.hausen.swiss. Bereits in der Vorbereitung dieses Projekts habe der Gemeinderat die Anliegen und Wünsche der Bevölkerung eingeholt und diese bestmöglich in die Revision der Nutzungsplanung und in den Kommunalen Gesamtplan Verkehr einfliessen lassen, stellt Gemeindeammann Eugen Bless fest. Er hofft nun, dass sich die Interessierten mit ihren schriftlichen Rückmeldungen beteiligten und konstruktiv einbringen zu den Entwürfen.