Schinznach-Dorf/New York
Für die Gourmetküche geben die Gebrüder Daniel und Mark Humm alles

Der in Schinznach-Dorf aufgewachsene Daniel Humm ist mit seinem Restaurant Eleven Madison Park in New York die Nummer eins der Welt. Sein Bruder Mark will ihm so bald wie möglich folgen.

Claudia Meier
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Daniel Humm (links) und sein Bruder Mark wollen beruflich am gleichen Strang ziehen. zvg

Daniel Humm (links) und sein Bruder Mark wollen beruflich am gleichen Strang ziehen. zvg

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Seine Ausdauer, Disziplin, Kreativität und harte Arbeit sowie der gute Teamgeist haben sich diese Woche für den Aargauer Spitzenkoch Daniel Humm ausbezahlt. Sein Restaurant Eleven Madison Park (EMP) in New York City wurde am Mittwoch im australischen Melbourne zum besten Restaurant der «World’s 50 Best Restaurants»-Liste gekürt. Seit elf Jahren ergänzen sich Daniel Humm und sein Geschäftspartner Will Guidara perfekt. Mit ihrem ebenso motivierten Team haben sie die Erfolgsleiter nach dem Motto «Respekt vor den Zutaten und Präzision in der Zubereitung» schrittweise erklommen.

Pop-up-Restaurant im Sommer

Das Restaurant wird im Juni wegen grosser Renovationsarbeiten für vier Monate geschlossen. Im Herbst will das Duo Humm/Guidara mit einem Zeithorizont von 20 Jahren ein neues EMP-Kapitel aufschlagen. Während die Türen für die Gäste in Manhattan geschlossen bleiben, soll in East Hampton (341 Pantigo Road) ab Ende Juni ein EMP-Sommerhaus als Pop-up-Restaurant mit Innenbereich und Picknick-Areal im Freien betrieben werden.

Der 1976 in Strengelbach geborene und in Schinznach-Dorf aufgewachsene Daniel Humm schmiss mit 14 die Schule und absolvierte dann eine Kochlehre im Kurhotel in Schinznach-Bad. Später zog er in die USA, ohne ein Wort Englisch zu sprechen. «Ich habe nie erwartet, dass er wieder zurückkommt», sagte Mutter Brigitte vor gut drei Jahren gegenüber dieser Zeitung. Die vierfache Mutter setzte sich sogar dafür ein, dass Sohn Mark, der 13 Jahre jünger ist als Daniel und seine Kochlehre im Restaurant Aarehof in Möriken-Wildegg absolviert hatte, letztes Jahr in New York ein Praktikum absolvieren durfte.

Keine Sonderbehandlung für jüngeren Bruder

Während vier Wochen mit jeweils sechs langen Arbeitstagen kamen sich die beiden Brüder so nahe wie noch nie zuvor. Eine Sonderbehandlung gabs nicht. «Wir liefen manchmal nachts zusammen nach Hause. Das war wunderschön», erzählt Mark Humm. Bei ihm habe es klick gemacht. Seit der Rückkehr in die Schweiz steht sein Entschluss fest: «Ich setze alles auf eine Karte und will im EMP mit anpacken», fährt er fort. Das Visum hat er beantragt und die Stelle im «Sternen» in Wettingen aufgegeben. Seit April ist er im «Rosmarin» in Lenzburg engagiert. Die Referenzliste soll weiterwachsen, bis er seine Koffer für die USA packen kann.

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