Brugg
Fünf Jahre in schwierigem Business

Die Kinderkrippe «Chinderhuus Simsala» feiert ihren Geburtstag mit einem Familienfest im Storchenturm.

Irene Hung-König
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Chinderhuus Simsala Brugg
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Die Matratzen für den Mittagsschlag liegen bereit
Hier können die Kinder chrämerle und kochen
Kita-Leiterin Nicole Caruso (li ) und Geschäftsführerin Susanne Steinbock freuen sich auf das Jubiläums-Fest

Chinderhuus Simsala Brugg

Irene Hung-König

Seit 2011 werden im «Chinderhuus Simsala» an der Storchengasse in Brugg Kinder im Alter von 3 Monaten bis 12 Jahren umfassend betreut. Rechtzeitig zum Jubiläum wird der zweite Raum in der Altstadt für die grossen Kinder renoviert.

An der Storchengasse 6 sind die Kinder der Gruppen «Asterix» und «Idefix» am Spielen und Singen. Sie sitzen mit ihren Betreuerinnen auf dem Boden im Kreis. Kita-Leiterin Nicole Caruso erklärt, dass nebst anderem altersgerechte Projekte mit den Kindern durchgeführt werden, dass ihnen das freie Spiel aber auch sehr wichtig sei. «Wenn ein Kind nicht mitmachen will, muss es auch nicht», sagt sie.

Vom Eingang mit Garderobe und Personalbüro, führen zwei Treppen in die oberen Stockwerke, wo sich die Gruppen- und Spielräume befinden. Diese sind mit Kinderzeichnungen dekoriert, in einem Zimmer stehen gebastelte Osternestli. Kleine Matratzen liegen für den Mittagsschlaf bereit. Verschiedene Ecken mit Spielsachen sind eingerichtet. Rund 15 Mitarbeiterinnen betreuen 80 Kinder im Alter von 3 Monaten bis 12 Jahren. Die Babys und Kleinkinder werden in zwei altersdurchmischten Gruppen beaufsichtigt, die Kindergarten- und Schulkinder werden seit November 2014 an der Hauptstrasse in der Altstadt, im ehemaligen Restaurant Rössli, betreut. Manche machen ihre Hausaufgaben, andere nutzen die Randstundenbetreuung, weil sie zum Beispiel erst um 9 Uhr zur Schule müssen.

Geschichte begann in Windisch

Dass das «Chinderhuus Simsala» diesen Hort weiter nutzen kann, war zunächst nicht klar. «Die Liegenschaft der Familie Frei wurde verkauft, und zwar an unseren Vermieter an der Storchengasse. Wir sind natürlich froh, dass wir bleiben können», sagt Nicole Caruso. Pünktlich zur Jubiläumsfeier wird der Hort renoviert und umstrukturiert. Seit 2011 können erwerbstätige Eltern ihre Kinder in Brugg betreuen lassen.

Den Anfang der «Chinderhuus»-Geschichte machte allerdings Windisch mit ihrer Kindertagesstätte (Kita) im Park Königsfelden. 2002 öffnete der Windischer Standort dort seine Pforten. Die Arbeit ehrenamtlich tätiger Eltern, die in der Region Brugg/Windisch Betreuungsplätze für ihre Kinder suchten, war ausschlaggebend. Im selben Jahr wies der Einwohnerrat Brugg das Unterstützungsbegehren zwar knapp ab, doch der Windischer Einwohnerrat erteilte die Subventionszusage.

Seit 2003 ist der Trägerverein «Chinderhuus Simsala» für den Betrieb der Kindertagesstätte verantwortlich, die Eltern der betreuten Kinder sind Mitglieder des Vereins. Heute sind die Betreuungsplätze durch die Gemeinden subventioniert.

Warteliste für Babys

Und diese Plätze sind begehrt: Gemäss Kita-Leiterin Janine Ort gibt es in Windisch eine Warteliste für Babyplätze, an vereinzelten Tagen sind aber freie Plätze vorhanden. In Brugg sind ebenfalls an vereinzelten Tagen Baby-, Kleinkinderplätze sowie Betreuungsplätze für Kindergarten- und Schulkinder verfügbar. Eine Warteliste besteht für werdende Eltern, die sich vor der Geburt einen Platz reservieren lassen.

«Die Eltern wählen grundsätzlich die Krippe anhand ihres Wohnorts aus, da sie in dieser Gemeinde Anrecht auf einen subventionierten Platz haben», erklärt Janine Ort. Nach verschiedenen Kriterien handelten Eltern, die von ausserhalb kämen: Der grosse Park in Königsfelden sowie der Garten mit Spielplatz sage einigen zu. «Andere finden es praktisch, dass in Brugg die Parkplätze näher bei der Krippe sind und sie schätzen die grossen, hellen Räume des ‹Simsala› Brugg», sagt Janine Ort. Während der 13 Wochen Schulferien bietet die Kita den Ferienplausch an, mit diversen Projekt- und Themenwochen.

Als schwieriges Business bezeichnet Susanne Steinbock, Geschäftsführerin des Brugger «Simsala», die Krippenbranche. Die Belegung schwanke extrem, 80 Prozent der Kosten seien Personalkosten, sagt sie. Nebst den Festangestellten können im «Simsala» Praktikanten den Beruf «Fachfrau/Fachmann Betreuung» während eines Jahrs kennen lernen. Lehrlinge sind in jedem Lehrjahr vertreten. «Wir nutzen verschiedene Plattformen, verteilen Flyer an die Neuzuzüger oder zeigen uns an Anlässen wie Weihnachtsmarkt oder der Fasnacht.» Einige Ideen sind umgesetzt. So arbeitet die Krippe beispielsweise mit der Fachhochschule zusammen, die eine gewisse Anzahl Plätze reserviert hat. «Wir sind stolz auf die fünf Jahre, denn viele Krippen überleben die nicht», sagt Susanne Steinbock.

Fest zum 5-Jahr-Jubiläum

Diesen Samstag feiert das «Chinderhuus Simsala» sein fünfjähriges Bestehen von 10 bis 16 Uhr beim Storchenturm. Nebst einer Hüpfburg, Kinderschminken, Malwettbewerb und anderen Überraschungen sind folgende Darbietungen geplant: 11.15 Uhr: Begrüssung, 11.30 Uhr: Starjongleur Kaspar Tribelhorn, 13.30 Uhr: Liedermacher Martin Meier, 15 Uhr: Starjongleur Kaspar Tribelhorn. (AZ)