Am Neujahrsempfang im Campussaal Brugg-Windisch konnten die ortsansässigen Unternehmerinnen und Unternehmer sowie die Vertreter von Behörden und Verwaltungen im ungezwungenen Rahmen ins Gespräch kommen und neue Kontakte knüpfen.

Ebenfalls kamen sie in den Genuss eines besonderen Vortrags: Anwesend war am Dienstagabend Reto Francioni, Verwaltungsratspräsident der Fluggesellschaft Swiss sowie Professor für angewandte Finanzmarktforschung an der Universität Basel. Von 2005 bis 2015 war er CEO der Deutschen Börse, zuvor hatte er verschiedene Leitungsfunktionen inne im In- und Ausland. Francioni wuchs in Brugg auf, besuchte die hiesigen Schulen und engagierte sich in verschiedenen Vereinen. Er fühle sich sehr wohl hier, hielt er fest.

«Wir sind mittendrin»

«Kapitalmärkte: Kommt das asiatische Jahrhundert?» lautete der Titel seines Referats. Francioni wies auf den fundamentalen Wandel hin, der das Börsengeschäft durchgemacht hat, auf die riesige Entwicklung in den letzten 30 Jahren in der Börsenorganisation – vom Parketthandel und vom lokalen Marktplatz zur elektronischen Handelsplattform und zum globalen Handelsnetz. Die Globalisierung habe vor dem Börsengeschäft nicht halt gemacht.

Im Kapitalmarkt verzeichne Asien das grösste Wachstum, stellte der Referent fest. «Das asiatische Jahrhundert hat schon begonnen, wir sind mittendrin», lautete sein Fazit. Asien – und besonders China – denke und handle strategisch langfristig. Der Referent erwähnte einerseits die drohende Einschränkung des unternehmerischen Freiraums hierzulande sowie andererseits die Dynamik, den Leistungswillen und den unternehmerischen Elan in den Schwellenländern. Die Schweizer müssten schauen, so Francioni, dass sie am globalen Marathon nicht mit einer Gewichtsweste teilnehmen.

Wohlstand habe mit Leistung zu tun, oft aber komme der Leistungsgedanke heute eher zu kurz, führte Francioni weiter aus. Die Schweiz soll sich, fügte er an, primär auf die wirtschaftliche Stärke konzentrieren. «Und deshalb sollten wir uns auch global orientieren. Unsere Unternehmen haben damit längst begonnen. Sie stellen sich täglich den Herausforderungen der Märkte und dem Leistungsprinzip.»

Den Anwesenden gab er – mit einem Augenzwinkern – ein Motto mit auf den Weg des ehemaligen österreichischen Fussballspielers Hans Krankl: «Wir müssen gewinnen, alles Andere ist primär.»

Unternehmer prägen Standort

Heidi Ammon, Gemeindepräsidentin in Windisch, ihrerseits stellte ihre Begrüssung unter das Motto «Vertrauen ist das Fundament einer guten Partnerschaft». Der administrative Wettlauf auf der einen Seite, die Digitalisierung von Prozessen auf der anderen Seite seien riesige Herausforderungen, sagte sie.

Barbara Horlacher, Stadtammann in Brugg, betonte in ihrer Begrüssung, dass mit dem Neujahrsempfang die Möglichkeit geboten werde für Gespräche über Branchen- und Gemeindegrenzen hinaus. Mit dem Anlass soll auch die Wertschätzung ausgedrückt werden gegenüber den Unternehmerinnen und Unternehmern, die mit ihren Angeboten, Produkten, Dienstleistungen und Arbeitsplätzen den Standort Brugg-Windisch prägen. «Wir möchten für die Verbundenheit mit der Region danken.»