Die Stiftung Freiheit und Menschenrechte hat am Dienstagabend in Bern die Windischerin Ligia Vogt (55) geehrt. Die Auszeichnung ist mit einem Preisgeld von 10 000 Franken dotiert. Das Geld kommt dem Verein «Nosotras Aargau» zugute, der von Vogt im Jahr 2005 gegründet wurde.

Gewonnen hat Ligia Vogt mit «Nosotras Aargau», weil sie sich für Migrantenfamilien einsetzt, die sich in der Schweiz integrieren wollen. Ein Schwerpunkt der Arbeit bilden ausländische Frauen, die Gewalt erleben. Ligia Vogt setzt sich dort ein, wo andere gerne wegschauen. Die Beratungen für die Frauen sind kostenlos oder sehr kostengünstig. Viele Mitarbeitende von «Nosotras Aargau» arbeiten ehrenamtlich.

Geld für Infos und Prävention

«Der Stiftungsrat hat sich intensiv mit der Auswahl eines würdigen Preisträgers oder einer Preisträgerin auseinandergesetzt», schreibt die Stiftung Freiheit und Menschenrechte zur Wahl. «Dabei war besonders wichtig, dass der Fokus auf unserem neuen Label ‹Recht auf Perspektive› liegt und ein Bezug zur Schweiz besteht.»

Die Windischer SP-Einwohnerrätin Ligia Vogt wurde am 13. November 2018 von der Stiftung Freiheit und Menschenrechte ausgezeichnet.

Ligia Vogt

Die Windischer SP-Einwohnerrätin Ligia Vogt wurde am 13. November 2018 von der Stiftung Freiheit und Menschenrechte ausgezeichnet.

Das Preisgeld in der Höhe von 10 000 Franken will Ligia Vogt für Information und Prävention einsetzen. «Mit dem Fokus auf die neuen Medien und den Umgang damit, möchte Ligia Vogt eine App entwickeln, die den Frauen und Betroffenen viele spezifische Informationen zur Verfügung stellt», heisst es.

Das Konzept und die Planung seien bereits vorhanden, die Umsetzung soll jetzt in Angriff genommen werden. Inhaltlich gehe es um die zwei wichtigsten Themenbereiche «Integration» sowie «Gewalt & Prävention» (Rechte und Pflichten der Migrantinnen und Migranten). Geplant ist, dass die App in deutscher Sprache erstellt wird und Übersetzungen in weitere Sprachen erfolgen.

Monatliche Radiosendung

Im Weiteren plant Ligia Vogt eine monatliche Radiosendung in Zusammenarbeit mit dem Lokalradio Kanal K zu den Themen «Integration» und «Gewalt&Prävention». Erste Kontakte zum Radiosender sind geknüpft, und im Vorstand von «Nosotras Aargau» sind zwei erfahrene sowie motivierte Radio-Journalistinnen. Mit einem Teil des Preisgelds könnte der Beitrag für die Kollektivmitgliedschaft beim Radiosender einbezahlt und die monatliche Sendung gestartet werden.

Ligia Vogt: «Helden sind wir alle»

Ligia Vogt: «Helden sind wir alle»

SRF hat die Venezolanerin aus Windisch für den Titel «Helden des Alltags» nominiert. Ligia Vogt setzt sich für die Integration von Migrantinnen und für Opfer von häuslicher Gewalt ein. Im Interview sagt sie unter anderem, dass sie die Sache in den Vordergrund rücken will, nicht ihre Person.

Der Öffentlichkeit bekannt wurde die Arbeit von Ligia Vogt dank der Nomination von SRF zur «Heldin des Alltags» Anfang dieses Jahres. Zwar reichte es damals nicht zum Titel, dennoch wird «Nosotras Aargau» nun mehr Aufmerksamkeit entgegengebracht.

SRF: Ligia Vogt im SRF-Porträt