Wie in einer märchenhaften Unterwasserwelt: Bei Hanna Lüscher zu Hause schimmert und glitzert es in den verschiedensten Farben und Formen. Die aus Steinen und Perlen bestehenden Halsketten, Armbänder und Ohrringe in der Vitrine sind betörend. Doch die 64-Jährige ist nicht nur dem wunderschönen Äusseren der Perlen erlegen. Es beeindruckt sie auch, wie aus einem Fremdkörper in der Muschel eine Perle gebildet wird. «Die Entstehung ist ein Wunder», sagt sie und zaubert immer neue Schmuckstücke hervor: klassischer Ohrschmuck, freche mit Perlen versetzte Federarmbänder und üppige, mehrstrangige Colliers.

In ihrem Atelier im ersten Stock ihres Hauses entwirft und fertigt Lüscher Schmuck aus Süss- und Salzwasserperlen sowie aus Steinen. Sie liebt spezielle Perlenformen und -farben. Eine Auswahl zu treffen und daraus etwas Neues zu kreieren, fasziniert sie. Viele Schmuckstücke stellt sie auf Wunsch her, andere ändert sie aus bestehenden, auch älteren Stücken, ab. Die Birrerin erzählt: «Wenn jemandem das Collier verleidet ist, mache ich etwas Neues daraus.» Natürlich findet dieser Prozess in Absprache mit der Auftraggeberin statt.

Lüscher legt Wert auf eine persönliche Beratung. Denn ihre Kundinnen sind ganz unterschiedlich: Mädchen, die sich den Schmuck zum Geburtstag wünschen, junge Frauen oder 80-jährigen Damen. «Perlenschmuck passt zu allem und ist für alle, die Perlen mögen», sagt Lüscher.

Auch was das Preisliche anbelangt, herrscht bei Lüscher Vielfalt. Ein Halsschmuck zum Beispiel ist ab 250 Franken zu haben, die Obergrenze liegt bei 3000 Franken.

Umfangreiche Farbpalette

Lüscher hat feste Prinzipien. Sie verwendet keine gefärbten Perlen, sondern nur echte Naturfarben. Die Farbpalette reicht bei den Süsswasserperlen von Weiss bis Lachs und bei den Tahiti- und Südseeperlen von Weiss über Grün bis hin zu Anthrazit. Zudem legt Lüscher Wert auf Qualität. Dafür geht sie bei ihren Lieferanten, ausschliesslich Schweizer Unternehmen, persönlich vorbei und sieht sich die Ware vor Ort an. Doch die grösste Herausforderung ist nicht die Auswahl der Perlen, sondern den Geschmack der Kundinnen zu treffen, insbesondere bei Auftragsarbeiten und Umgestaltungen.

Lüscher versucht immer herauszufinden, was gerade gefragt ist. Zurzeit ist Silber- und Stahlschmuck mit einer einzigen markanten Solitärperle in Mode. Auch Süsswasser- und Tahitiperlen sind begehrt.

Letztere sind übrigens ihre persönlichen Favoriten. Sie liebt deren metallischen Schimmer und die vielen Farbnuancen. Gefallen am Perlenknüpfen fand Lüscher vor rund 15 Jahren bei Freizeitkursen, die sie als Ausgleich zu ihrer Arbeit als Buchhalterin machte. Daraus wurde eine Leidenschaft und so eröffnete sie nach ihrer Pensionierung 2015 ihr Ein-Frau-Unternehmen Hanna Perlen.

Auch noch andere Hobbys

Doch Lüscher achtet darauf, dass der Aufwand nicht zu gross wird. Schliesslich stelle sie den Perlenschmuck einfach aus Freude her, betont sie. Ausserdem hat sie noch andere Hobbys: Gartenarbeit, fotografieren und mit ihrem Lebenspartner auf Reisen zu gehen. So kann sie Energie tanken.

Diese braucht sie, denn ab November wird sie mit vielen Ausstellungen beschäftigt sein. Als Erstes vom 16. bis 19. November am Weihnachtsmarkt in der Südbahngarage in Windisch.

Viel vorbereiten muss sie dafür nicht mehr, denn sie hat im Sommer schon vorgearbeitet. In dieser Zeit laufe nur wenig, weil die Leute Ferien und Sport anstatt Schmuck im Sinn hätten. Und zum Sport, findet Lüscher, passe Perlenschmuck dann doch nicht ganz.