Noch liegt das jüngste Werk des 68-jährigen Autors Peter Belart nicht vor. Doch der Termin der Buchvernissage steht bereits fest: Am Sonntag, 7. April, um 11.15 Uhr wird Belart mit seiner Lesung die neue Saison des Stadtmuseums Brugg eröffnen. Das Buch wird aktuell gelayoutet, bevor es demnächst bei den Effingermedien in Druck geht.

Aus dem reichen Schatz an handgeschriebener Korrespondenz, die innerhalb der Familie Belart geschrieben und weitergereicht wurde, hat der Journalist und Lehrer in minutiöser Detailarbeit die Geschichte seines Ururgrossvaters Jakob Belart (1804–1855) herausgeschält. Als Basis für sein viertes und zirka 280 Seiten starkes Buch diente ein Briefzyklus, der die Jahre 1820 bis 1826 umfasst. In dieser Zeit liess sich Jakob Belart zunächst in der Romandie und danach in Paris zum Kaufmann ausbilden. Der regelmässige Briefverkehr hauptsächlich mit seinem Vater Johannes Belart (1777–1853) und seinem Grossvater (ebenfalls Johannes Belart, 1747–1838) hat dem Autor Auskunft gegeben über die Arbeitsbedingungen, die Wohnverhältnisse, die Freizeitgestaltung und die Geisteshaltung sowohl des Jünglings als auch der Menschen aus der nächsten Umgebung. Zur Sprache kommen ausserdem zahlreiche Ereignisse, die zum Bild der Region Brugg von damals gehörten.

Zu Fuss von Brugg nach Le Locle

«Meine bisherigen Bücher handelten von einer Zeit zirka 50 Jahre später als im jüngsten Werk», sagt Peter Belart. «1820 gab es noch keine Briefmarken, keine Elektrizität und keine eidgenössische Währung.» Als Jakob Belart für die Ausbildung nach Le Locle ging, wurde der 16-Jährige von seinem Vater zu Fuss begleitet, was damals normal war. Erst nach Paris erfolgte die Anreise mit dem öffentlichen Verkehrsmittel. Jakobs Vater war in Brugg als Holzhändler tätig, betrieb daneben aber auch Geschäfte mit anderer Ware, unter anderem mit Käse. Sein Holzlager hatte er in einem Schuppen an der «Ländi», wo er die hergeflössten Baumstämme festzurrte, was je nach Wasserstand überhaupt nicht einfach war.

Die Briefzitate hat Peter Belart im Buch weitestgehend in der originalen Schreibweise belassen, um den Wandel der Sprache und der Rechtschreibung sichtbar zu machen. Französische Zitate übersetzte er und liess sie von seinem ehemaligen Bezirksschullehrer Richard Holliger kontrollieren. «Es wäre so schade, wenn man diese persönlichen Briefe ungenutzt in einer Schublade verstauben lassen würde», bilanziert der Journalist. An Ideen für weitere Buchprojekte, die von seinen Schwestern finanziert werden, mangelt es ihm nicht.