Brugg

Für neue Nachbarschaftshilfe werden viele Freiwillige gesucht

Geschäftsführer Dieter Hermann gibt in der Stube vom stationären Hospiz Aargau über das jüngste Projekt Auskunft.

Palliative Care in der Stadt Brugg

Geschäftsführer Dieter Hermann gibt in der Stube vom stationären Hospiz Aargau über das jüngste Projekt Auskunft.

Hospiz-Geschäftsführer Dieter Hermann sagt, wie das Projekt «Palliative Care in der Stadt Brugg» aufgebaut werden und dann das Leben von chronisch Erkrankten vereinfachen soll.

Der Boden wäre da, nun seien möglichst viele Freiwillige gesucht, die selber entscheiden, wo sie mitarbeiten wollen, sagt Hospiz-Geschäftsführer Dieter Hermann. Die Rede ist von einem engmaschigen Netzwerk für Nachbarschaftshilfe, das als Pionierprojekt unter dem Arbeitstitel «Palliative Care in der Stadt Brugg» aufgebaut werden soll.

Ziel ist es auch, bald einen passenderen Namen für dieses Projekt zu finden, denn den Begriff Palliative Care bringen viele mit dem unmittelbaren Lebensende in Verbindung. Dabei geht es vielmehr um den Aufbau einer «sorgenden Gesellschaft», die sich darum kümmert, dass Menschen, die an chronisch fortschreitenden und/oder unheilbaren Erkrankungen leiden, nicht isoliert leben und auch zu Hause die nötige Unterstützung erfahren.

Nach der öffentlichen Kick-off-Veranstaltung im September letzten Jahres hat sich um Dieter Hermann eine Kerngruppe gebildet. Aktuell gehören dieser Gruppe Vertreter von Hospiz Aargau, Palliative Spitex Region Nord-Ostaargau und Palliative Aargau an. Die Kerngruppe hält auch den Kontakt zur Stadt Brugg, die die Schirmherrschaft über das Projekt haben sollte.

Drei Arbeitsgruppen vorgesehen

An der nächsten öffentlichen Sitzung am Dienstag, 22. Januar, von 18 bis 20 Uhr bei der Spitex Region Brugg AG werden drei Arbeitsgruppen gebildet. Freiwillige – auch solche ohne Vor- oder Fachkenntnisse – sind eingeladen, teilzunehmen und sich je nach Interesse einzubringen. Damit das Ganze möglichst breit abgestützt und nachhaltig ist, hofft Dieter Hermann auf eine hohe Beteiligung. Im Idealfall arbeiten pro Gruppe 10 bis 20 Freiwillige mit.

Arbeitsgruppen sind für die Koordination, die Öffentlichkeitsarbeit und für fachliche Themen vorgesehen. Zu den Aufgaben der Koordinationsgruppe gehören der Aufbau und die Verknüpfung eines Versorgungsnetzwerks mit der Einrichtung einer Koordinationsstelle. Dies kann sich quartierweise entwickeln und muss nicht von Anfang an das ganze Stadtgebiet abdecken. Für Dieter Hermann ist es wichtig, dass sich das Projekt von unten her aus der Bevölkerung heraus entwickelt. Je nach Projektverlauf kann mit den Quartiervereinen zusammen gearbeitet werden. Für die Definition der Freiwilligen wurde der Begriff Nachbarschaftspate eingebracht.

Zuerst Öffentlichkeitsgruppe bilden

Da die Öffentlichkeitsgruppe an vorderster Front steht, sollte dieses Gremium zuerst besetzt werden. Hier geht es um die Kommunikation nach aussen, die Sensibilisierung der Öffentlichkeit und die Akquirierung von Freiwilligen. Auch müssen Türen geöffnet werden, damit die Betroffenen sich helfen lassen. Zudem gehört das Thema Finanzierung in diese Gruppe.

In der dritten Arbeitsgruppe, der Fachgruppe, sollen Konzepte für die Schulung und Ausbildung von Freiwilligen erarbeitet und umgesetzt werden. Auch Rechtsfragen wie Versicherungen, Stillschweigevereinbarungen sowie Datenschutz-Themen sind in diesem Gremium zentral.

Hermann hat bei seiner Tätigkeit im Hospiz schon oft die Erfahrung gemacht, dass sich viele Menschen erst getrauen so zu leben, wie sie wirklich möchten, wenn sie nichts mehr zu verlieren haben. Das gelte auch für die Angehörigen. Dabei würde sich die Lebensqualität meistens schon verbessern, wenn man sich in der Gesellschaft aufrichtig umeinander kümmern
würde, fasst der Projektleiter zusammen.

Sitzungstermin Dienstag, 22. Januar, von 18 bis 20 Uhr bei Spitex Region Brugg AG, Schwimmbadstrasse 4, Windisch.

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