Wasserspass pur verspricht das Bad Schinznach in seinem Aquarena fun – ein Badevergnügen auf über 600 Quadratmetern Wasserfläche, samt 65 Meter langen Grottenrutsche, 25-Meter-Schwimmbecken, Flussbad, Whirlpool, Saunalandschaft und Dampfbad.

Kein Wunder, geniesst das Erlebnisbad einen hohen Bekanntheitsgrad und lockt die Gäste in Scharen an – seit dem allerersten Tag. Übermorgen Dienstag wird es genau 25 Jahre alt. Für die Bad Schinznach AG ist das Aquarena fun – nach der Privatklinik Im Park – mittlerweile zum zweitwichtigsten Unternehmensbereich geworden, was den Umsatz betrifft, sagt Ulrich Leistner, Leiter Marketing.

«Unsere Gästeklientel ist ebenso diversifiziert wie Bad Schinznach selbst. Ob Jung oder Alt, wohlhabend oder Normalverdiener: Für jeden ist etwas dabei», nennt Leistner einen Grund für den Erfolg.

Einen weiteren wesentlichen Beitrag, weiss er, leisten die günstigen Kurzeintritte, dank denen die gesamte Palette des Aquarena-Bäderangebots genutzt werden kann. «Das bedeutet Sport, Spass und Wellness auch für das kleinere Portemonnaie.» Ende 2014 konnte der zehnmillionste Besucher begrüsst werden.

Die Gäste werden anspruchsvoller

Leistner macht indes keinen Hehl daraus, dass die Gäste in den letzten Jahren generell anspruchsvoller und preisbewusster geworden sind. «Darauf müssen wir uns immer wieder neu einstellen.» Wie andere Bäder auch, fährt er fort, habe Bad Schinznach mit tendenziell rückgängigen Besucherfrequenzen zu kämpfen.

Als eine der Ursachen nennt der Leiter Marketing ein Mehr an Freizeitmöglichkeiten, das in den letzten Jahren entstanden ist. Aber: «Mit unserem Angebot und den diversen Renovationen – die wir in erster Linie natürlich für unsere Gäste vornehmen – versuchen wir, diesem Trend entgegenzuwirken», sagt er.

Im Sommer 2015 wurde das Aquarena fun grundlegend für rund 4 Mio. Franken erneuert und mit einem grossen Fest wiedereröffnet. «Der neue Look des Bads wird sehr geschätzt, vor allem auch der neue Garderoben- und Duschbereich», sagt Leistner.

Neben der Vielzahl von neuen Gästeangeboten bezeichnet Marcus Rudolf, Direktor Bäder und Technik, die zunehmenden Auflagen und Vorschriften für das Bad als Herausforderung, den Betrieb weiterhin rentabel führen zu können.

Trotzdem: «Wir nehmen die kommenden 25 Jahre in Angriff und sind überzeugt, dass Thermalbaden immer seine Berechtigung haben wird», stellt Rudolf fest und betont: «Wir möchten auf die wechselnden Bedürfnisse der verschiedenen Gästeschichten eingehen, ohne die ursprünglichen Bedürfnisse der Stammgäste aus den Augen zu verlieren.»

Hochwasser spülte Anlagen weg

Die Geschichte des Kur- und Badeorts geht zurück auf Mitte des 17. Jahrhunderts mit der Entdeckung des heissen Wassers. Schon 1663 umfasste der Betrieb zwei Gebäude, eine Scheune und zwei Badhäuschen. Der Zürcher Arzt Jakob Ziegler verfasste eine empfehlende «Beschreibung des köstlichen und warmen Gesund-Bades bei Schintznacht an dem Aarenfluss ohnfern der Stadt Brugg in dem Aergäu».

Ende 1670 allerdings wurden die aufblühenden Anlagen von einem Hochwasser weggespült. Erst im Winter 1691/92 liess sich die Thermalquelle wieder finden. Das erste Gasthaus entstand, das eigentliche Badhaus war aus Holz errichtet und durch einen Steg zugänglich. 1828 ging der Rundbau, ein Wahrzeichen von Bad Schinznach, in Betrieb: mit Badekabinen sowie Fremdenzimmern mit Zentralheizung im ersten Stock.

Mit dem Geld, das einige Jahre unter Kurgästen gesammelt wurde, konnte 1881 der Bau einer Kapelle realisiert werden. Bad Schinznach entwickelte sich zu einem der angesehensten Heil- und Kurbäder Europas. Mit dem Ersten Weltkrieg allerdings blieben die Gäste aus, der frühere Glanz war weg.

Nach drei Wochen voll belegt

Der Aufschwung begann wieder in den Sechzigerjahren mit der Neugestaltung des Spitals für Rheuma, Knochen- und Gelenkleiden, Hautkrankheiten, hartnäckige Katarrhe und Entzündungen.

Im April 1972 traten die ersten Patienten in die neue Rheumaklinik ein. Bereits nach drei Wochen waren alle 74 Betten belegt. 2001 wurde aus der Rheuma- und Rehabilitationsklinik die aarReha Schinznach.

Das Parkhotel wurde aufgefrischt und 1988 unter dem Namen Kurhotel Im Park wiedereröffnet. Mit Verwaltungsratspräsident Hans-Rudolf Wyss gelang es in den Jahren 1990 und 1991, die Idee des Familienbads Aquarena umzusetzen. 1993 konnte der halbkreisförmige Rundbau innen ausgehöhlt und komplett erneuert werden.

Im Empireflügel wurde eine Rehabilitationsklinik eingerichtet. Diese lief so gut, dass 1994 eine zweite Etappe eröffnet wurde. 2010 schliesslich wurde das alte Thermi bis auf ein paar Mauern abgerissen. Die Eröffnung des neuen Thermi spa Ende Oktober 2011 als moderne Bäder- und Wellnesseinrichtung war ein weiterer Meilenstein in der Geschichte.

Bilder vom Umbau 2015: