Brugg

Für Franziska Roth die hässlichste Aargauer Unterführung – und das soll aus ihr werden

Derzeit nicht einladend: Geplant ist, die Süssbachunterführung auszubauen. mhu

Derzeit nicht einladend: Geplant ist, die Süssbachunterführung auszubauen. mhu

Zur Fussgängerverbindung unter den Bahngleisen beim Firmenareal der Kabelwerke in Brugg laufen kantonsinterne Vernehmlassungen.

Unschön, unwirtlich, ungemütlich sei die Süssbachunterführung, sagte Franziska Roth, damals noch Bezirksrichterin in Brugg. Während ihres Wahlkampfs für einen Sitz im Regierungsrat führte die SVP-Kandidatin den Fernsehsender Tele M1 im Oktober 2016 nicht nur zu ihrem Lieblingsplatz – den Klingnauer Stausee – sondern eben auch zu ihrem Schandfleck im Aargau. Es wäre schön, stellte Franziska Roth fest, wenn diese Unterführung nach Windisch «ein bisschen freundlicher gestaltet wäre und Velofahrer sowie Fussgänger nebeneinander Platz hätten».

Die Fussgängerverbindung unter den Bahngleisen unmittelbar beim Firmenareal der Kabelwerke ist seit Jahren ein Thema in Brugg. Die Umgestaltung ist als Massnahme aufgeführt im Kommunalen Gesamtplan Verkehr (KGV). Im Budget 2017 der Stadt ist überdies ein Planungsbeitrag von 50 000 Franken in der laufenden Rechnung berücksichtigt für den Ausbau und die Öffnung für den Veloverkehr.

Die Projektstudie für die Velowegverbindung «Süssbachunterführung» wurde im Auftrag des kantonalen Departements Bau, Verkehr und Umwelt (BVU) durch ein Ingenieurbüro bearbeitet, sagt Stefan Zinniker, stellvertretender Leiter der Abteilung Planung und Bau in Brugg, zum Stand der Arbeiten. «Zurzeit laufen kantonsinterne Vernehmlassungen bezüglich Anforderungen zur Hochwassergefahr sowie diversen bautechnischen Detailfragen.»

Das Projekt werde nach der kantonsinternen Stellungnahme von der heute federführenden Abteilung Verkehr zur Abteilung Tiefbau wechseln.

Die Anforderungen sind hoch

Der Ausbau der Unterführung muss verschiedenen Anforderungen gerecht werden, fährt Zinniker fort. Als Stichworte nennt er neben dem Hochwasserschutz auch die Lebensraumbedingungen der Fische oder die unterschiedlichen Nutzungen. Dazu kämen die bautechnischen Herausforderungen – also das Bauen unter den Gleisen – sowie ebenfalls die ökonomischen Kriterien.

«Der Stadtrat möchte baldmöglichst einen Projektvorschlag vorliegen haben, dem sowohl der Kanton als auch die SBB zustimmen können», sagt Zinniker. Das BVU habe dem Stadtrat eine Information zur kantonsinternen Stellungnahme auf Ende August in Aussicht gestellt. «Mit dem konkreten Projektstand, der eine verlässliche Kostenschätzung zulässt, soll dem Stadtrat ein möglicher Kostenteilungsvorschlag vorgelegt werden.»

Erst Kostenteilung, dann Kredit

Nach der Festlegung der Kostenteilung kann der Stadtrat dem Einwohnerrat den notwendigen Kredit beantragen sowie die notwendigen Bewilligungs-, Landerwerbs- und Dienstbarkeitsgeschäfte einleiten. Realistisch sei dieser Schritt im Jahr 2018, so Zinniker.

«Die Verbesserung der Durchgängigkeit sowohl für die Fussgänger als auch für die Velofahrer erachtet der Stadtrat als wichtig», betont Zinniker und verweist auf die laufende Ortsplanungsrevision «Raum Brugg Windisch». Bestärkt durch die Absichten und formulierten Massnahmen im Räumlichen Entwicklungsleitbild (RELB) sowie nun konkret auch im Kommunalen Gesamtplan Verkehr will der Stadtrat das Projekt zielorientiert voranbringen, fügt Zinniker an.

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