Brugg

Für das «Chäschüechli» «Breit fahren» und mit dem «Stachel» zulangen

Der Pontonier-Sportverein startete seine Fahrsaison mit der traditionellen «Chäschüechlifahrt». Auch Gäste aus Politik waren mit an Bord. Zur Belohnung nach der Anstrengung gabs - logischerweise - «Chäschüechli».

«Wir wollen mit den fünf Booten bis zur Umiker Eisenbahnbrücke stacheln», erklärte Fahrchef Pascal Schaffner den Gästen der «Chäschüechlifahrt» gestern Morgen um 9 Uhr beim Einstieg.

Die mit Rettungswesten ausgestatteten Gäste hörten den Ausführungen des Fahrchefs gespannt zu und erfuhren so, dass sie sich keinesfalls lässig mit den Ellbogen auf der Bootskante abstützen sollten. Die Gäste erkannten später, warum: Beim einen oder anderen Manöver auf der Aare touchierten sich die Boote. Mit von der Bootspartie waren Heidi Ammon, Gemeindeammann von Windisch, sowie die Brugger Stadträte Reto Wettstein und Leo Geissmann.

Mit gezielter Kraft und vorausschauender Taktik führen die Wasserfahrer die Boote flussaufwärts in Richtung Aareschlucht. Ihre Hilfsmittel heissen Stachel, Ruder und Spanntau. «Breit, breit fahren Pius», ruft Steuermann Christian Gut ein ums andere Mal seinem Vorderfahrer Pius Ineichen zu.

«Breit fahren» bedeutet, die Felsplatten in der Aare quer zur Strömung zu umschiffen. «Der Felsen war an einem blöden Ort, deshalb mussten wir um ihn herum fahren», erklärt der erfahrene Pontonier. Er übt diesen Sport seit 45 Jahren aus. Kurz vor dem Schwarzen Turm kommen die Männer nicht vom Ufer weg. «Stachel!», wird gerufen.

Sie nehmen das aus einem Holzholm und am unteren Ende zu zwei schweren Spitzen geschmiedete Gerät in die Hände, tauchen es ins Wasser ein und stossen sich und das Boot vom Ufer weg. Die Spitzen sorgen für den Halt im Wasser, egal ob es sich beim Boden um Kies, Fels, Sand oder Lehm handelt.

Die Männer wechseln sich bei der schweisstreibenden Arbeit ab, einige ziehen ihre Pullover aus und stacheln im Shirt und mit Rettungsweste weiter. Direkt unter der Aarebrücke beim Schwarzen Turm ist die Aare zwischen 17 und 21 Meter tief. Einige Männer springen aus den Booten ans Ufer, fassen die Spanntaue, die ihnen zugeworfen werden und ziehen die Boote in die Ufernähe. «Weil es hier so tief ist, können wir die Stacheln nicht benutzen. Deshalb mussten wir die Boote mit den Seilen sichern», sagt Christian Gut.

Apéro nach eineinhalb Stunden

Nach gut eineinhalb Stunden ist der Felsen bei der Umiker Eisenbahnbrücke erreicht und die Pontoniere geniessen mit ihren Gästen einen Apéro. Die Rückfahrt ist auch für die Sportler angenehm, dank der Strömung ist das Pontonierhaus in einer guten Viertelstunde erreicht. Bei Wein und Chäschüechli stossen die Wasserfahrer auf ihren Fahrsaisonstart an.

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