Effingen

Für Bözberg sprühen die Funken - bald gibt es neue Eingangspforten

© Alex Spichale

Der bekannte Eisenplastiker Dani Schwarz gestaltet die neuen Ortstafeln für die Gemeinde Bözberg. Allein die Verhandlungen für den Entstehungsprozess dauerten ein halbes Jahr, nun soll es aber bald soweit sein.

In der Effinger Werkstatt von Dani Schwarz stieben die Funken. Der Eisenplastiker steht auf einer Leiter und schleift die Schweissnähte seines 3 Meter hohen und 1.40 Meter breiten Objekts ab, das an einen aufgeklappten Buchdeckel erinnert. Inwendig ist das 350 Kilogramm schwere Gebilde mit Chromstahl ausgekleidet.

Auf der Aussenhaut aus Stahlblech hat der Künstler mit dem Plasmaschneider die Konturen der Linner Linde mit der dahinterliegenden Kirche sowie den Schriftzug Bözberg herausgebrannt. Von dem riesigen Objekte soll es in Bälde ein zweites, spiegelverkehrtes Exemplar geben.

Für sämtliche Autofahrer, die auf der Hauptstrasse von Effingen oder Brugg herkommen, werden die beiden Metall-Tafeln künftig die Eingangspforten zur Gemeinde Bözberg bilden. Demnächst sollen sie in einem feierlichen Akt enthüllt werden.

Er tourte durch Europa

Schon als gelernter Huf- und Wagenschmied schweisste und schmiedete Schwarz. Einige Jahre tourte er als Filmdekor- und Bühnenbauer quer durch Europa, bevor er sich 1993 ganz der Kunst zuwandte und in Effingen sein Atelier «Iron Art» eröffnete. An Arbeit mangelt es ihm nie.

Seine typischen feingliederigen «Männli» aus Stahlblech sind inzwischen weit herum bekannt. Ultrapräsent ist der 49-Jährige in der Region aber vor allem mit den Kreiselobjekten: Sei es der 4,5 Meter lange Dinosaurier in Frick, die Paprika aus Eisen in Birmenstorf, die überdimensionale Hornisse in Hornussen, oder die Libelle in Niederrohrdorf.

Hat er immer noch Freude, wenn er selber nach 10 oder mehr Jahren an seinen Werken vorbeifährt, die praktisch für die Ewigkeit bestimmt sind? Oder würde er heute einiges anders machen? «Natürlich ändert sich der Geschmack und man entwickelt sich weiter», meint Schwarz, «aber mit meinen vergangenen Arbeiten bin ich immer noch ganz zufrieden.»

Trotz vieler Aufträge und zahlreicher gewonnener Wettbewerbe ist er bodenständig und bescheiden geblieben. «Man muss dran bleiben», sagt er kurz und bündig. Grosse Erklärungen zu seiner Kunst hat er keine und will «einfach gutes Zeugs machen».

In Bözberg wuchs die Mutter von Dani Schwarz auf. Sein Grossvater arbeitete in einer ortsansässigen Sattlerei. Deshalb hat der Eisenplastiker einen ganz besonderen Bezug zur Kommune, für die er jetzt die Ortstafeln gestaltet.

Ein halbes Jahr hätten die Verhandlungen gedauert, berichtet er vom Entstehungsprozess. «Es gab diverse Vorgaben: Die Kanten durften nicht zu scharf sein, das Material sollte nicht reflektieren und so weiter», berichtet Schwarz. Die Idee, das Objekt zu hinterleuchten, wurde wieder verworfen. Ein ziemlicher Papierkrieg sei das Ganze gewesen.

«Aber daran bin ich gewöhnt», meint der Künstler seelenruhig. Parallel zur in Kürze geplanten Enthüllung der Bözberger Ortstafeln hat Dani Schwarz zusammen mit Claudio Cassano eine Ausstellung in der Fricker Galerie Artune laufen. Dort stellt er seine «Männli» aus, die auf Ketten und Sockel geschweisst sind. «Balance» ist das Thema seiner Exponate. «Im Januar brach ich mir beim Skifahren den Daumen dreifach. Da wurde mir bewusst, wie wertvoll die Hände sind und wie schnell alles aus dem Gleichgewicht geraten kann. Nichts ist selbstverständlich.»

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