Pizza-Tour

FS Trenitalia-SBB: unentschieden

Für uns eher ungewohnt: in einziger, enger Dieseltriebwagen für eine zweistündige Zugfahrt.

T45-Dieseltriebwagen

Für uns eher ungewohnt: in einziger, enger Dieseltriebwagen für eine zweistündige Zugfahrt.

So geht es wohl allen: Was man im Ausland erlebt, vergleicht man zuerst einmal mit dem, was man von zuhause kennt. Das geht uns heute auch beim Bahnfahren von Sapri nach Metaponto so. Das Fazit: 2:2 - Unentschieden.

Dienstag, 29. Mai. Wir haben es gestern schon angetönt. Heute ist Bahnfahren angesagt. Martines Gesundheitszustand lässt die Fahrt über den italienischen Stiefelfuss noch nicht zu. Vernünftig aber schade. Italien ist nach bisheriger Erkenntnis immer dort am schönsten, wo es hügelig ist. Also nehmen wir den Zug von Sapri über Castiglione Cosentino und Sibari nach Metaponto. Umsteigen in Castiglione Cosentino, Fahrzeit: 4 Stunden und 35 Minuten; Fahrkosten für zwei Personen und zwei Velos: 33.20 Euro. Damit steht es bereits 1:0 für FS. Zu diesen Kosten kann man in der Schweiz nicht so lange und so weit bahnfahren. Die Kehrseite der Medaille: Altes, enges Rollmaterial, eher mangelhafte Infrastruktur ohne Lifts oder Rolltreppen; man wird hier zum «Veloträger». Zwischenstand 1:1. Gesellschaft und Politik entscheiden halt, was man sich zu welchen Kosten leisten will und kann.

Schickt die SBB-Billetautomatenverantwortlichen nach Italien!

Die Bahnreise beginnt jedoch mit einem klaren Pluspunkt für die FS: Die Billetautomaten sind hier übersichtlich, einfach zu bedienen und kundenfreundlich - selbst für sprachlich beschränkte Ausländer, wie wir es sind. Ein klares 2:1 für FS. Ganz anders sieht es dafür beim Personal aus: Im Gegensatz zu den allermeisten SBB-Angestellten haben die FS-Beamten den Unterschied zwischen Kunden und Untertanen offensichtlich noch nicht begriffen! Schlussresultat: 2:2

Wenn ich spontan einen Stichentscheid fällen müsste, würde ich mich wohl eher für Trenitalia entscheiden. Aber dafür hat die FS selbst sehr wenig beigetragen: Die grandiose Küstenlandschaft und die Offenheit, Herzlichkeit und Hilfsbereitschaft der Mitpassagiere sprechen klar für Italien. Aber vielleicht ist bei diesem Urteil auch noch etwas Ferienstimmung dabei. Wie meinte doch eine Mitpassagierin lakonisch, als ich die Gastlichkeit der Italiener rühmte: «Ja, mit den Gästen sind wir so - aber unter einander......»

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