Remigen
Früher «Tierquälerei», heute «vorbildliche Haltung»

Jahrelang wurde die Tierhaltung im Zoo Hasel scharf kritisiert. Jetzt gibt der Schweizer Tierschutz dem kleinen Zoo gute Noten. Denn im kleinen Zoo hat sich einiges getan, die grossen Raubtieren wurden Schritt für Schritt ausgesiedelt.

Daniel Vizentini
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Der Zoo Hasel beherbergt vermehrt kleine Tiere wie Wallabys oder Stachelschweine.

Der Zoo Hasel beherbergt vermehrt kleine Tiere wie Wallabys oder Stachelschweine.

Michael Hunziker/Archiv

«Das ist keine Tierhaltung, das ist Tierquälerei.» So begann ein Leserbrief aus dem Jahr 2004, in dem der Zustand des Zoos Hasel in Remigen aufs schärfste verurteilt wurde. Acht Jahre später hat sich einiges im kleinen Zoo getan. 2006 übernahm Cornelia da Silva die Geschäftsleitung von ihrem Vater. Kurz darauf wurden die grossen Raubtiere Schritt für Schritt ausgesiedelt. Braunbär Mario oder Tigerdame Blocks zum Beispiel wurden nach Deutschland in grosse Tierparks gebracht.

Nun ist die erhoffte Anerkennung gekommen: «Die Zooleitung zeigt Engagement, die Tierhaltung zu verbessern», schreibt der Schweizer Tierschutz (STS) in seinem aktuellen Zoobericht. Der Zoo Hasel habe in den letzten Jahren zwei moderne Anlagen für die Haltung von Waschbären und Rhesusaffen gebaut. Allerdings – so der Bericht – gäbe es noch etliche veraltete Anlagen, «die nicht mehr einer zeitgemässen, artgerechten Tierhaltung entsprechen».

Der 1969 gegründete Zoo Hasel hat sich in den letzten Jahren mehr und mehr zu einem Streichelzoo ausgerichtet. Rund 160 Tiere werden gemäss der Internetseite des Zoos in Remigen beherbergt, darunter Pferde, Geissen, Hühner, Pfauen, Wasch- und Nasenbären, Emus, Affen, Wallabys, Paviane, Ponys, Alpakas, Wellensittiche, Papageien und Aras.

Nur noch ein Panther

Einziges Überbleibsel aus der Zeit, in der noch Tiger, Pumas und Bären im kleinen Zoo Hasel zu sehen waren, ist der schwarze Panther. Eine Umsiedlung in einen Zoo mit einem grösseren Gehege sei gemäss der Zooleitung fehlgeschlagen. Das heute 19-jährige Tier soll deshalb «einen ruhigen Lebensabend in vertrauter Umgebung verbringen dürfen».

Im Zoobericht des STS wurde diese Begründung für den aktuellen Zustand seines Zuhauses erwähnt. Die Beschreibung des Käfigs ist ernüchternd: «Der alte Panther verbringt sein Leben in einem reizarmen Käfig von der Grösse eines Hundezwingers.» Ähnliches schreibt der STS über den Käfig der Mantelpaviane: «Das Gehege ist viel zu klein, die Tiere können sich von den Besuchern nur in den dunklen Innenraum zurückziehen.» Die Zooleitung möchte in Zukunft keine Grosskatzen mehr halten. Auch sollen keine Paviane mehr in den Zoo geholt werden.

Als sehr positiv bewertet der STS das neue Gehege der Waschbären: «Eine aus Tierschutzsicht vorbildliche Haltung!» 2012 wurden bereits über 15 Tiere im Zoo Hasel geboren, darunter Schafe, Emus und Gänse.