Selbst gemachte Bärentatzen, farbenfroh bemalte Pfannenuntersetzer, getrocknete Apfelringli oder Kräutersirup für feine Aperitifs werden angeboten. Jugendliche und Erwachsene stehen hinter den Marktständen auf dem Areal des Kinderheims am Wildenrainweg in Brugg und warten auf Kundschaft. Viele Gäste halten einen Moment inne, bestaunen die Artikel, lassen sich beraten.

Die Kinder stapeln gut gesichert Harassen und je nach Konzentration und Balance können sie sich das Geschehen aus luftiger Höhe anschauen. Die Jüngeren lassen sich das Gesicht schminken und erstrahlen nach kurzer Zeit als farbenfrohe Schmetterlinge. Geschicklichkeit und Ausdauer sind an der «Olsiade» gefragt, wo beim «Vogelflug» die Vogelnester getroffen werden müssen. Vom Areal geht der Blick hinunter in Richtung Sportplatz. Fussballspielende Kinder sind auszumachen und solche, die sich im Kubb-Spiel, auch Wikingerschach genannt, versuchen.

Auch Aussenstandorte dabei

Gesamtleiter Rolf von Moos ist auf dem Areal unterwegs, unterhält sich mit Gästen, Eltern und Verwandten der Kinder oder mit Angestellten. Alle zwei bis drei Jahre findet ein Tag der offenen Tür hier statt: «Wir wollen präsent sein und zeigen, was wir machen. Die Kinder bereiten sich auf diesen Tag vor und freuen sich, ihre Werke den Verwandten zu zeigen», sagt Rolf von Moos am Samstag.

Auch für die Angestellten sei dieser Tag um zu zeigen, wo sie arbeiten. Der Gesamtleiter streicht die gemütliche Atmosphäre heraus und bemerkt, dass diesmal auch die Aussenstandorte an der Laur-, Museums- und Habsburgerstrasse miteinbezogen sind. Ein eigens organisierter Shuttleservice fährt die Gäste vom Wildenrainweg an die Aussenstandorte.

Nicht irgendeine Gitarre

Wie die Kinder wohnen, wo der Schulunterricht stattfindet – dies erfahren die Besucher auf Rundgängen und Führungen. Im Neubau etwa sind die Tagessonderschule und die Administration untergebracht. Zwei Jugendliche führen die Gäste zum Wohnraum, hier wird gegessen, es werden Hausaufgaben gemacht oder Spiele gespielt. Das Schulzimmer der beiden ist am Tag der offenen Tür kurzfristig umfunktioniert worden: Statt Mathematik- und Deutschunterricht gibt es hier das Spiel mit dem heissen Draht, woran sich jüngere Kinder versuchen.

Im Werkraum im Erdgeschoss zeigen andere Jugendliche ihre Werke. Der 13-jährige Javier posiert stolz mit seiner selbst gebauten Gitarre aus Holz. Der Metal- und Hard-Rock-Fan hat nicht irgendeine Gitarre nachgebaut, sondern die bekannte «Gibson les Paul». «Ich besitze fünf Gitarren. Auf einer Gibson les Paul kann man Blues, Metal oder Rock spielen.»