Thalheim
Frohgemut in Richtung Frühling

Der gemischte Chor bot abwechslungsreiche Unterhaltung mit Konzert und Lustspiel.

Max Weyermann
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Unterhaltungsabend Thalheim
7 Bilder
Die Thalner Singschar unter der Leitung von Jolanda Wettstein
Die jugendlichen und die erwachsenen Sängerinnen und Sänger bei ihrem gemeinssamen Auftritt
Die Darsteller bedanken sich beim Publikum für den Applaus
Auch der gemischte Chor wird von Jolanda Wettstein dirigiert
Der etwas scheue Bauer Christoph Zwicky weiss nicht recht, wie er Spitex-Mitarbeiterin Karin Harzenmoser seine Liebe erklären soll
Andreas Greutert und Dolores Linggi im Duett 'Müeh mit de Chüeh'

Unterhaltungsabend Thalheim

Max Weyermann

Den ersten Teil bildete das rund einstündige Chorkonzert, welches die Mädchen und Knaben der Thalner Singschar mit munteren Lieddarbietungen eröffneten. Ebenfalls unter der bewährten Leitung von Dirigentin Jolanda Wettstein und «traditionsgemäss» begleitet vom aus Zürich angereisten Dani Burri am Klavier traten sodann die 23 Sängerinnen und Sänger des seit 1986 bestehenden gemischten Chors in Aktion.

Sie warteten mit einer Reihe von Evergreens auf, was für Stimmung sorgte. Nach dem Auftakt mit dem anspruchsvollen «Conquest of Paradise» folgte das immer wieder gern gehörte, besinnliche Liebeslied «Bajazzo». Dazu passte der Sketch über einen Mann, der seiner Angebeteten so viele Liebesbriefe schrieb, dass sie schliesslich den Pöstler heiratete.

Ein Gegensatz dazu war «Musik macht gute Laune» mit seinem rassigen Rhythmus. Ein beliebter Ohrwurm, welcher Jahrhunderte überdauert hat, ist Friedrich Silchers «Ännchen von Tharau». Auf den Inhalt abgestimmte Inszenierungen bot eine Formation des Chors in Hazy Osterwalds «Kriminal-Tango» und im «Träumli» der Ländlerkapelle Boss-Buebe.

Kühe machen Mühe

Den eigentlichen Höhepunkt bildete sodann Mark A. Trauffers Jodellied «Müeh mit de Chüeh», in dem Andreas Greutert und Dolores Linggi einen Bauern besangen, dessen Partnerin mit den Vierbeinern überfordert ist, denn «sie gäh so vill z tüe». Das Publikum zeigte sich von diesem Duett dermassen begeistert, dass eine Wiederholung fällig war.

Nach zwei weniger bekannten Songs stand der Ausklang mit zwei gemeinsamen Darbietungen des gemischten Chors und der Thalner Singschar auf dem Programm. Für «Lollipop» und «Mitenand isch vill besser als elei» erhielten die gegen 50 jugendlichen und erwachsenen Akteure kräftigen Applaus.

Im zweiten Teil wechselten vier Sängerinnen und Sänger mit Erfolg auf die Theaterbühne und wurden dabei von zwei externen Darstellerinnen ergänzt. Die Handlung dreht sich um den unter Pech im Stall leidenden Bauern Christoph Zwicky (Heinz Däster), dessen Frau zwei Jahre zuvor verstorben ist. Nun möchte er gerne wieder heiraten und hat dabei die nette Spitex-Mitarbeiterin Karin Harzenmoser (Christine Deubelbeiss), welche in der Pflege seiner Mutter Alma (Verena Rotschi) tätig war, im Auge.

Letztere lebt nun im Altersheim, aber dafür ist Christophs spielsüchtige Schwester Gertie (Ruth Frei) aus Frankreich angereist. Sie will eine neue Ehe ihres Bruders verhindern, weil sie um ihr Erbe fürchtet. Elektriker Hannes (Willy Zweifel), der Bruder der beiden, lebt ebenfalls auf dem Hof, hat aber Probleme mit effizienter Arbeit.

Die Situation ändert sich plötzlich in Richtung Happyend, als Vivienne Laugenstängel (Ruth Weniger) als Vertreterin eines grossen Zeitungverlages Alma Zwicky einen Wettbewerbsgewinn überbringen will. Die Scheckübergabe ist nach Tricks von Tochter Gertie erst möglich, nachdem die betagte Mutter mit Hilfe von Autostopp und einem jungen Harley-Davidson-Fahrer (Michael Zbinden) aus dem Altersheim ausgebüxt ist.