Anlässlich des dritten Fröhlich-Tages am Wochenende erzählte Historiker Max Baumann die interessante, aber auch tragische Geschichte des Komponisten Friedrich Theodor Fröhlich (1803–1836) zu Zeiten der Frühromantik. Die rund 75 Personen im Stäblisaal erfuhren von Max Baumann einiges aus dem familiären Umfeld, über Fröhlichs Charakterzüge und wie es zum tragischen Ende kam.

Sprichwörtlich durch die «Fröhlichsche Brille» hindurch, verlas Baumann seinen Vortrag. «Aus unerfindlichen Gründen habe ich meine Brille zu Hause liegengelassen. Nun habe ich die Brille von Christoph Froehlich erhalten», erklärte er dem lachenden Publikum. Gleich zwei Nachfahren des Komponisten Friedrich Theodor Fröhlich sassen im Publikum: Einerseits Ur-Ur-Enkel Rudolf Martin Leder. Er brachte das Bild mit, auf dem Friedrich Theodor Fröhlich mit seiner Frau Dorothea Ida Carolina von Klitzing und Tochter Rosa Helene dargestellt sind. Andererseits war mit Christoph Froehlich der Ur-Ur-Neffe anwesend. Sein Ur-Ur-Grossvater war Abraham Emanuel Fröhlich, der bekannte Prediger und Philosoph und Bruder von Friedrich Theodor Fröhlich.

Friedrich Theodor Fröhlich wurde in eine Familie von Gerbern hineingeboren. Mit den Einnahmen aus dem stinkenden, faulenden Gewerbe konnten sich die Vorfahren ernähren. Die andere Seite war die Intelligenz und der grenzenlose Ehrgeiz der Fröhlichs. Auch hierzu erzählte Max Baumann einige Anekdoten: So reiste Grossvater Abraham Fröhlich unter anderem nach Genf, Lyon und Bordeaux, um die französische Sprache zu lernen. Es sei überliefert, dass er und Grossmutter Anna Margaritha, geborene Wetzel, Streitigkeiten vor den Kindern auf französisch austrugen.

Finanzielle Sorgen

Friedrich Theodor Fröhlich zeigte sich im musischen Bereich äusserst ehrgeizig: Er zeichnete, übte auf dem Klavier und komponierte Tänze. Seine Wanderjahre brachten ihn nach Berlin, wo er ab 1826 sein Ton-Satzkunst-Studium absolvierte. Mit dem bekannten Komponisten Felix Mendelssohn war er per Du, doch dieser anerkannte seine Kunst nicht. Wieder in der Schweiz, arbeitete Fröhlich 1830 als Gesangslehrer an der Kantonsschule Aarau. Doch dies behagte ihm gar nicht. Er sah die Arbeit als ein niederträchtiges Los an. Finanzielle Sorgen belasteten die Ehe mit Dorothea Ida Carolina von Klitzing. Zudem fühlte sich Fröhlich als verkanntes Genie. Wenige Monate vor der Geburt der zweiten Tochter nahm sich Friedrich Theodor Fröhlich das Leben. Seine Geliebte war zur selben Zeit schwanger wie seine Ehefrau.