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Fröhlich-Quartett: Ein Komponist kehrt nach Hause zurück

Carola Gloor hat Friedrich Theodor Fröhlichs Streichquartett in E-Dur erstmals verlegt. Am 21. September wird es in Brugg gespielt.

Carola Gloor hat Friedrich Theodor Fröhlichs Streichquartett in E-Dur erstmals verlegt. Am 21. September wird es in Brugg gespielt.

Mit ihrer Arbeit über den Komponisten Friedrich Theodor Fröhlich sorgte Carola Gloor 2013 bei «Schweizer Jugend forscht» für Furore. Dank ihr wurde ein Fröhlich-Quartett erstmals verlegt. Jetzt wird es in Brugg gespielt.

Ihre Maturaarbeit widmete die Musikstudentin Carola Gloor dem Brugger Komponisten Friedrich Theodor Fröhlich. Danach erweiterte sie diese und reichte sie 2013 für den Nationalen Wettbewerb «Schweizer Jugend forscht» ein. Für «Das Streichquartett in E-Dur von Friedrich Theodor Fröhlich. Zum ersten Mal verlegt.» bekam die heute 21-Jährige das Prädikat «hervorragend» und damit den Sonderpreis «Schweizer Jugend forscht: Kultur». Die Bruggerin hatte die originale Notenhandschrift des Komponisten mittels eines speziellen Notenschreibprogramms transkribiert und danach einen Verlag gesucht, der das frühromantische Werk herausgeben sollte. Sie fand ihn – doch wer würde das viersätzige Stück spielen? Das Aargauer Arion Quartett.

Auftakt mit einem Paukenschlag

Der Kammermusik-Zyklus im Zimmermannhaus eröffnet am 21. September mit einem Paukenschlag. Flankiert von einem frühen Schubert-Quartett und Mozarts Klarinettenquintett (mit Urs Gloor) wird das erwähnte Streichquartett E-Dur dann dort erklingen, wo der Komponist geboren wurde – in Brugg. Nicht nur für die Herausgeberin, auch für das Arion Quartett erfüllt sich damit ein Traum. «Carola Gloor hat uns angefragt, ob wir mit ihr die Partitur durchgehen könnten, damit sie hört, wie das Ganze klingt und ob sie das richtig editiert hat», erklärt Stefan Läderach, Geiger des Quartetts, «doch die damalige Aufführung fand im privaten Rahmen statt.» Schliesslich erwähnte Urs Gloor, Vater von Carola, das
30-Jahr-Jubiläum des Zimmermannhauses. Ob dazu nicht Fröhlichs Streichquartett passen würde? Klar.

«Für uns handelt es sich um eine Premiere», sagt Stefan Läderach, «wir haben noch nie ein Fröhlich-Werk gespielt.» Was findet er daran reizvoll? «Es ist ein typisch frühromantisches Stück, das auf Robert Schumann verweist, insbesondere aber von Felix Mendelssohn Bartholdy gewisse Ideen übernommen hat. Alle vier Sätze sind originell und stimmungsvoll. Allerdings gibt es bisweilen kleinere Unebenheiten, die eine Spur unbeholfen wirken.» Kein Grund, dieses Werk nicht zu spielen. Nimmt es das Arion Quartett in sein Repertoire auf? «Mit Sicherheit», betont Stefan Läderach, «wir wollen doch im Ausland zeigen, dass wir auch in der Schweiz einen Frühromantiker haben.

Konzert So., 21. September, 17 Uhr, Zimmermannhaus Brugg.

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