Brugg

Freier Internetzugang in Brugg: Der Stadtrat hält nichts davon

Der Stadt will eine Motion für einem freien Internetzugang in der Altstadt in der Schublade versenken lassen. Dagegen regt sich allerdings Widerstand.

Das Internet entspreche immer mehr einem Grundbedürfnis, und die Verfügbarkeit sei heute ein wesentlicher Standortfaktor, so FDP-Einwohnerrat Reto Wettstein in seiner Motion, die von 21 Einwohnerräten mitunterzeichnet wurde. Wettstein reichte seine Motion betreffend Projektierung eines freien Internetzugangs für die Bildungsstadt Brugg(-Windisch) vor vier Jahren ein. Gegen den Willen des Stadtrats wurde die Motion am 23. Oktober 2009 vom Brugger Einwohnerrat mit 31 zu 7 Stimmen überwiesen.

Der Stadtrat gab dann bei der IBB AG eine Machbarkeitsstudie in Auftrag. Was technisch problemlos lösbar wäre, ist jedoch ohne Sponsorengelder finanziell nicht realisierbar. Vor dem Campus-Bau waren noch viele Faktoren unklar, sodass der Stadtrat und die IBB vereinbarten, das Projekt bis Ende 2012 zu sistieren.

Konzept erarbeitet

Dann wurde die Tochtergesellschaft der IBB, die Immensys AG, beauftragt, eine neue Machbarkeitsstudie zu erarbeiten. Die Immensys, bei der Motionär Wettstein noch bis Ende Oktober als Verkaufsleiter angestellt ist, hat das Konzept «City Wireless Brugg» erarbeitet und dem Stadtrat vorgelegt.

Das Konzept sieht vor, mit 25 Access Points das Gebiet vom Bahnhof Brugg bis zur Altstadt abzudecken. Das Angebot kann gemäss Immensys für den Nutzer nicht gratis erbracht werden. Die Planer gehen von Tagespauschalen von 2 Franken respektive Monatspauschalen von 15 Franken oder Jahrespauschalen von 60 Franken aus.

Drahtlose Internet-Abdeckung im Zentrum von Brugg würde gemäss Konzept etwa 25 Access-Points umfassen.

Drahtlose Internet-Abdeckung im Zentrum von Brugg würde gemäss Konzept etwa 25 Access-Points umfassen.

Gleichzeitig soll dem Gewerbe ermöglicht werden, bei diesem Projekt mitzumachen. Zur Kostendeckung müsste sich die Stadt Brugg mit zirka 10 000 Franken pro Jahr am Projekt beteiligen. Nach fünf Jahren sollte die Anlage amortisiert sein.

Stadtrat will Motion abschreiben

Der Stadtrat empfiehlt dem Einwohnerrat nun in seiner Botschaft, die Motion Wettstein abzuschreiben. Das Konzept von Immensys sei kein Gratis-Angebot und biete nur in der Innenstadt eine Netzabdeckung, schreibt der Stadtrat in seinem Fazit. Die Einwohner der Stadt Brugg könnten daher ungleichmässig vom Angebot profitieren. Zudem sollte sich die Stadt gemäss Exekutive nicht im freien Markt der Internetanbieter einmischen.

Und weiter: «Das Bedürfnis der Studierenden ist weiterhin unklar.» Weil für die Studierenden immer mehr Speziallösungen existierten, werde das Interesse als eher gering eingeschätzt. Mit diesen Argumenten sind Wettstein und seine Partei nicht einverstanden (siehe separater Text oben). Sie wollen das Thema nicht in der Schublade verschwinden lassen und haben für Freitag Widerstand angekündet.

Einwohnerrat Brugg Freitag, 18. Oktober, 19.30 Uhr, Rathaussaal.

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