Militär

Frauen in die Armee – Brugger Kaserne wäre bereit

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Alle Frauen in die Armee, das fordert die Junge CVP. Doch wäre das aus Platzgründen überhaupt machbar? Ja, heisst es auf dem Waffenplatz Brugg.

Angesichts der Frauenmehrheit im Bundesrat fordert die Junge CVP Schweiz Gleichberechtigung beim Thema Sicherheit. Frauen sollen Wehrdienst leisten oder die Ersatzabgabe berappen. Da stellt sich nicht nur die Frage nach Sinn und Unsinn dieser Forderung, sondern auch die Platz-Frage: Sind die Kasernen von der Infrastruktur her überhaupt so ausgelegt, dass Frauen in grösserer Zahl Dienst leisten könnten? Oder müssten die Soldatenunterkünfte erst für viel Geld umgerüstet werden?

Die Anfrage beim Waffenplatz Brugg zeigt: Die Damen könnten morgen schon einrücken. «Wir wären dafür eingerichtet», sagt Adrian Gerwer, Waffenplatzkommandant Stellvertreter und Waffenplatzadjutant. In den Neunzigerjahren ist die Kaserne für mehrere Millionen umgebaut worden. «Seither können wir den Platz zimmer- oder stockwerkweise an Frauen oder Männer vergeben und auch die Toilettenanlagen entsprechend verteilen.» Theoretisch hätten die Frauen also Platz, aber praktisch würde es zum jetzigen Zeitpunkt doch sehr eng: «Die Kaserne ist momentan mit rund 550 Leuten voll belegt», sagt Gerwer.

Das Offizierszimmer für die Dame

Heute sind Frauen in der Armee noch eine Seltenheit und geniessen deshalb einige Vorzüge. «Die Damen logieren bei uns recht fürstlich», sagt Gerwer. Will heissen: Die Soldatinnen beziehen Unteroffizierszimmer mit drei oder vier Betten, eigenem Lavabo und eigener Dusche. Ist die Frau allein, darf sie gar in der Offiziersunterkunft nächtigen.

Die Männer müssen sich derweil mit Neuner-Schlägen zufriedengeben. Pro fünf dieser Neunerzimmer steht den Soldaten ein Sanitärbereich mit Toiletten, Duschen und Waschgelegenheiten zur Verfügung.

Würden die Frauen künftig scharenweise in die Kaserne einziehen, müssten auch sie sich – wie ihre Kameraden – mit nur einem Sanitärbereich für 45 Personen abfinden. «Solchenfalls könnten wir im Gang zusätzliche Abschrankungen errichten», sagt Gerwer – damit sich keiner verläuft.

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