Fotovernissage Brugg
Im Bilander geht es hoch hinaus: Die alten Bilder der Hochhäuser sind Zeugen des Baubooms

Das Stadtmuseum Brugg zeigt Bilder aus der Fotostrecke «Im Bilander» des kürzlich verstorbenen Zürcher Fotografen Heinz Baumann.

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Der Erstbezug der Hochhäuser im Bilander erfolgte im Jahr 1974.

Der Erstbezug der Hochhäuser im Bilander erfolgte im Jahr 1974.

zvg/ETH-Bibliothek Zürich, Bildarchiv

1974 war es so weit: Die Hochhäuser im Bilander in Brugg waren bezugsbereit. Drei Jahre davor wurde die per Gerichtsbeschluss stillgelegte Giesserei Müller AG, die spätere Georg ­Fischer AG, abgerissen. Die Hochhäuser im Bilander sind späte Zeugen des Baubooms der hochkonjunkturell befeuerten Aufbruchstimmung der 1960er- und frühen 1970er-Jahre.

Die Grosssiedlungen schufen in kurzer Zeit viele Wohnungen für breite Bevölkerungsschichten und wurden als Wohnraum mit einem hohen technischen Ausbaustandard für die moderne Kleinfamilie beworben. Genau davon erzählt Heinz Baumanns Fotoreportage, die den Erstbezug der Hochhäuser im Bilander dokumentiert. Entstanden ist eine Fotostrecke von über 250 Bildern, die im Bildarchiv der ETH-Bi­bliothek Zürich archiviert ist. Das Stadtmuseum zeigt in der digitalen Ausstellung «Hoch ­hinaus!» eine Auswahl davon.

Die Grosssiedlungen schufen in kurzer Zeit viele Wohnungen für breite Bevölkerungsschichten.

Die Grosssiedlungen schufen in kurzer Zeit viele Wohnungen für breite Bevölkerungsschichten.

zvg/ETH-Bibliothek Zürich, Bildarchiv

Mit dieser digitalen Ausstellung geht das Stadtmuseum neue Wege. Sie ist Auftakt eines Formats, das in Zukunft regelmässig digitale Ausstellungen im Foyer des Stadtmuseums zeigt. «Damit werden die sinnlichen Begegnungen mit den Museumsobjekten um eine weitere Dimension ergänzt», so das Stadtmuseum in einer Mitteilung.

Begleitet wird die Ausstellung von zwei Veranstaltungen im kommenden Frühjahr: Am 3. April 2022 spricht der Historiker Fabian Furter zum Wohnen im Hochhaus und am 22. Mai gehen der Historiker Felix Müller und die Historikerin Astrid Baldinger bei einem Spaziergang der Geschichte des Quartiers nach.

Zur Vernissage am Sonntag, 7. November, 11.15 Uhr, reden der Denkmalpfleger Heiko Dobler sowie die Fotografin und Kulturwissenschafterin Eva Lüthi. Die Ausstellung ist bis zum 19. Juni 2022 zu sehen. Das Museum ist jeden Sonntag von 13 bis 17 Uhr geöffnet, der Eintritt ist frei. (az)

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