Ein Selfie hier, ein Video da: Digitalkameras sind heute ständige Begleiter. Das Berner Erlebnisbad Bernaqua erlaubte vor wenigen Wochen seinen Gästen Foto- und Filmaufnahmen von eigenen Familienmitgliedern, weil die Eltern den Besuch mit ihren Kindern festhalten wollten.

Dieser Entscheid löste eine kontroverse Diskussion aus – und die Regelung ist bereits erneut angepasst worden. Fotografieren und Filmen ist jetzt wieder grundsätzlich verboten. «Nach reiflicher Überlegung folgt das Bernaqua nun primär den Argumenten des Persönlichkeits- und Kindesschutzes», begründet das Erlebnisbad diesen Schritt in einer Medienmitteilung. Es bittet um Verständnis, «dass wir das Risiko bestmöglich minimieren wollen, dass Kinder oder auch erwachsene Personen in krimineller Absicht fotografiert oder gefilmt werden».

Wie handhabt die Bad Schinznach AG den Umgang mit elektronischen Geräten? Das Thema, sagt Marketingleiter Ulrich Leistner, habe vor einiger Zeit zur Diskussion gestanden. Folgende Regelung wurde eingeführt: Handys sind und bleiben in den Bad-Innenbereichen von Aquarena fun und Thermi spa sowie im Kosmetikbereich Babor Beauty spa verboten. «Wir sind der Meinung, dass diese Bereiche der Erholung dienen und Handynutzung dort als störend empfunden werden kann», führt Leistner aus. «Ebenfalls wollen wir nicht, dass willkürlich Fotos von Personen, die eventuell noch unbekleidet sind, gemacht werden und ihren Weg ins Internet finden.» Die Vorgabe diene vor allem dem Schutz der Privatsphäre der Gäste.

Allerdings: «In den Sommermonaten, wenn unsere Liegewiese im Aussenbereich stark genutzt wird, sehen wir dort aus Kulanz von einem strikten Verbot der Handynutzung ab», fügt Leistner an.

Nulltoleranz in Brugg

Im Frei- und Hallenbad Brugg ist das Filmen und Fotografieren in der ganzen Anlage verboten. Das Thema sei mit der der Fassung der neuen Badeordnung vom Sommer 2015 eingehend diskutiert worden, sagt Willi Kohler, Bereichsleiter Liegenschaften und Anlagen bei der Abteilung Planung und Bau. «Wir haben eine Nulltoleranz festgelegt.»

Auf Anfrage aber könnten Schulen und Organisationen für Projekte oder für den Schwimmunterricht Filmsequenzen aufnehmen, ergänzt Kohler. «Ebenso werden offensichtliche Familienfotos nicht untersagt.» Würden jedoch nicht eindeutige Situationen beobachtet, seien die Badmeister angehalten zu intervenieren.