Brugg
Förderung der Sportmöglichkeiten: Kritik kam einzig von den Grünen

Der Einwohnerrat Brugg überweist die Motion betreffend Förderung der Bewegungs- und Sportmöglichkeiten. Dies geschah entgegen dem Willen des Stadtrats und bei nur drei Gegenstimmen – allesamt Grüne.

Michael Hunziker
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Einwohnerrat Miro Barp (SVP) ist der Meinung, dass «die Brugger Einwohnerrätinnen und Einwohnerräte erkannt haben, wie wichtig der Sport für die Entwicklung der Kinder und Jugendlichen ist.»

Einwohnerrat Miro Barp (SVP) ist der Meinung, dass «die Brugger Einwohnerrätinnen und Einwohnerräte erkannt haben, wie wichtig der Sport für die Entwicklung der Kinder und Jugendlichen ist.»

Foto: Claudio Thoma / Aargauer Z

Es ist ein Hin und Her gewesen im Vorfeld: Jetzt hat der Einwohnerrat – entgegen dem Willen des Stadtrats und bei nur drei Gegenstimmen – die parteiübergreifende Motion überwiesen betreffend Förderung der Bewegungs- und Sportmöglichkeiten der Brugger Bevölkerung, im Speziellen der Kinder und Jugendlichen. Miro Barp (SVP), Rita Boeck (SP), Willi Wengi (FDP) und Michel Indrizzi (FDP) hatten den Stadtrat aufgefordert, unter anderem weitere Bewegungs- oder Sportplätze im Schachen zu prüfen.

An der Sitzung am Freitag rief Barp die anwesenden 45 Einwohnerräte dazu auf, zusammenzustehen, sich für die Jüngsten einzusetzen und diese Motion zu unterstützen. Sonst werde eine einmalige Chance vertan. Denn in Brugg sei die Infrastruktur für verschiedene Sportarten mangelhaft.

Barp freut sich, schreibt er im Nachgang zur Einwohnerratssitzung auf Facebook, dass sich bis auf die Grünen alle Parteien sehr positiv zur Motion geäussert haben. Die Einwohnerrätinnen und Einwohnerräte hätten erkannt, wie wichtig der Sport für die Entwicklung der Kinder und Jugendlichen sei und dass der Fussballsport von grosser Bedeutung für die Integration von Migrantinnen und Migranten sei.

Grosse Aufgaben stehen an

Nachdenklich gestimmt hätten ihn, fügt er an, die wenigen Gegenstimmen, ohne dass Gründe dafür genannt wurden, sowie die Kritik der Grünen Partei, dass der Kunstrasen in der Motion erwähnt wird. «Damit negiert sie die Bedeutung des Fussballsports und des FC Brugg.»

Brugg habe in naher Zukunft grosse Aufgaben zu bewältigen, fährt der SVP-Einwohnerrat fort, die Stadt müsse attraktiver und innovativer werden. Dazu brauche es ein Projekt, das Kinder, Jugendliche, Erwachsene, Familien und auch das Gewerbe anspreche. Es brauche Orte, an denen man sich treffe, die Emotionen und Bewegungsfreude vermitteln.

Es besteht eine lange Warteliste

Rückblick: Schon vor den Sommerferien setzte sich SVP-Einwohnerrat Barp mit einer Motion für den Einbau eines Kunstrasenplatzes im Stadion Au ein. Die Diskussion musste allerdings vertagt werden, weil die Einwohnerratssitzung Ende Juni sehr lange dauerte. In den folgenden Wochen fand unter den Politikern ein intensiver Austausch statt und Barp zog seine Motion zugunsten eines überparteilichen Vorstosses zurück.

Die Stadt Brugg zeige sich in ihrem aufwendigen Standortförderprogramm dynamisch und beweglich, heisst es in der Begründung. Dabei seien ausgerechnet viele Kinder und Jugendliche in ihren Bewegungsmöglichkeiten eingeschränkt, weil in der Stadt die notwendige Infrastruktur fehle. Der FC Brugg beispielsweise, so die vier Motionäre, sei einer der grössten Fussballvereine des Kantons Aargau, leiste wichtige Integrationsarbeit und einen grossen Beitrag an die Gesundheitsförderung. Wegen der langen Warteliste aber müssten motivierte Kinder und Jugendliche zum Teil sehr lange warten, bis sie ins Fussballtraining aufgenommen werden können. Deshalb bestehe dringender Handlungsbedarf, der mit einem Kunstrasenplatz aufgefangen werden könnte.

Überwiesen hat der Einwohnerrat am Freitag – bei 6 Gegenstimmen – auch das Postulat von Titus Meier (FDP) betreffend Steigerung der Fussgängerfrequenz auf dem Neumarktplatz. Nicht überwiesen wurde dagegen – bei 15 Ja- zu 25 Nein-Stimmen – das Postulat von Reto Bertschi (SP) betreffend Bewerbung um das Unicef-Label «Kinderfreundliche Gemeinde».