Rund sechs Jahre ist es her, seit Stefan Wagner aus Windisch den jungen Rumänen Marius Arsene das erste Mal privat unterstützte. Aus der spontanen Hilfsaktion wurde ein Hilfsprojekt, der Verein «Fonds Marius Arsene». Dieser unterstützt in Mihailesti, einem Vorort von Bukarest, bedürftige Privatpersonen mit effizienter Direkthilfe.

Diesen August war Stefan Wagner, von Beruf Gemeindeschreiber in Windisch, während einer Woche wieder in Rumänien, um sich vor Ort ein Bild davon zu machen, was dank den Spenden der Windischer Schülerinnen erreicht werden konnte. Im Frühling dieses Jahres sammelten sieben Windischer Schülerinnen Geld für den «Fonds Marius Arsene». Über 11'000 Franken kamen zusammen. Schon zu Beginn der Sammelaktion waren konkrete Vorschläge vorhanden, wofür das Geld eingesetzt werden könnte: für die Installierung einer WC-Anlage in der Schule des Dorfs Lecta.

Ein Bildschirm, aber kein Computer

Momentan befindet sich das einzige benutzbare WC dieser Schule draussen. Während der kalten Wintermonate – Temperaturen von minus 30 Grad Celsius sind keine Seltenheit – wird die Toilette selten benutzt. So machen die Schüler lieber in die Hose, als in die Kälte zu gehen. Der Zustand der WC-Anlage ist nun stark verbessert worden. Wie Stefan Wagner in seinem Rundbrief vom November schreibt, konnte das WC-Haus der Schule umgebaut werden. Früher hatten alle Kinder nur ein WC, jetzt gibt es getrennte Räume für Mädchen, Knaben und Lehrer. Alle Toiletten haben zudem ein Lavabo.

«Der Rundgang durch das Schulhaus hat mich aufgewühlt», schreibt Wagner weiter. Im Informatikzimmer sei zum Schein ein Bildschirm aufgestellt, für den Unterricht stünden jedoch keine Computer zur Verfügung. Beeindruckt habe ihn auch die Begegnung mit dem Direktor der Schule. «Er hatte einen guten Job in Bukarest und hat alles aufgegeben, um für die Kinder dieser Schule zu sorgen, sie zu unterstützen und zu begleiten.»

Unterstützung für Frühchen

Ein anderer Teil der gesammelten Spendengelder kam einem Spital zugute, das die medizinische Versorgung von Frühgeborenen sicherstellen will. Gemäss Wagners Rundbrief kommt in Rumänien eines von zehn Kindern zu früh auf die Welt und 60% dieser Kinder oder deren Mütter hätten medizinische Probleme. Der «Fonds Marius Arsene» stellte fürs Erste finanzielle Mittel für den Kauf von medizinischem Material zur Verfügung. «Wir haben das sich im Bau befindende Spital besichtigt und ein langes Gespräch über eine mögliche Zusammenarbeit geführt», schreibt Wagner.

Die Anfragen für Hilfeleistungen in Rumänien nähmen stetig zu, so Wagner. Der Vorstand habe sich deshalb mit der Frage nach zusätzlichen Geldmitteln auseinandergesetzt. «Eine Zielsetzung ist, die Anzahl der Vereinsmitglieder zu erhöhen, um mehr Mitgliederbeiträge und damit fixe finanzielle Einnahmen zu generieren.» Der Mitgliederbeitrag beträgt 50 Franken.