Birr
Folgt der Gewerbe-Ausstellung die Gemeindefusion?

An der «Eigeschau» im Schulhaus Niedermatt war das Gewerbe aus den vier Eigenämter Gemeinden Birr, Lupfig, Scherz und Birrhard erstmals gemeinsam beteiligt. Dies veranlasste einen Besucher zur Aussage, die Gemeinden sollten gleich fusionieren.

Luisa Bider
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Am Stand der Birrfeld-Apotheke und Drogerie gab es etwas für die Sinne: Ein Besucher testet den Geruch eines ätherischen Öls.

Am Stand der Birrfeld-Apotheke und Drogerie gab es etwas für die Sinne: Ein Besucher testet den Geruch eines ätherischen Öls.

Luisa Bider

Schon von Weitem machte die Eigeschau im Schulhaus Niedermatt in Birr auf sich aufmerksam: Den Pfiff der Bimmelbahn hörte man quer durch die Eigenämter Gemeinden, und an verschiedenen Kränen vor der Mehrzweckhalle leuchteten orangefarbene Ballone.

Austausch unter Gemeinden

Es ist das erste Mal, dass die Eigeschau unter diesem Namen und mit den vier teilnehmenden Gemeinden Lupfig, Birr, Birrhard und Scherz stattfand. Die Stimmung war heiter, die Besucher schienen sich zu freuen, dass die Gemeinden zusammenarbeiten. Ein Besucher meinte: «Dass die Eigenämter Gemeinden zusammenarbeiten und gemeinsam das Café Communal führen, freut mich. Ich finde, die Gemeinden sollten fusionieren.»

Das «Café Communal» war eine Idee des Birrer Gemeindeschreibers und sollte den Austausch zwischen den verschiedenen Gemeinden fördern. Der Stand schien ein Erfolg zu sein: Zwischen verschiedenen Ständen platziert bot er eine kleine Auszeit bei Kaffee, Kuchen und Gesprächen mit Gemeinderäten und Einwohnern aus den vier Gemeinden. Alle Kuchen wurden von den Landfrauen aus den Gemeinden selbst gebacken.

Tamara Vögeli, 15, Scherz Ich muss hier sein, weil mein Vater gefunden hat, das sei eine Familienaktivität. Am besten hat mir die Pferdekutsche gefallen – ich reite nämlich auch selber.
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Ramon Leutwyler, 12, Scherz Ich bin hier, weil es mir gefällt und weil mein Vater gestern bei der Blaskapelle Eigenamt mitgespielt hat. Am besten gefällt mir der Stand der Mühle Scherz, weil Essen für Tiere verkauft wird. Ich mag Tiere.
Max Meier, 60, Lupfig Da ich in Lupfig wohne, interessiert es mich, was in der Umgebung angeboten wird. Es ist auch immer schön, all die Leute zu sehen. Am besten gefallen haben mir das Säulirennen, die Vertikaltuch-Show, die Öfen und das Café Communal. Im Eigenamt leben die Leute so nahe beieinander, da verstehe ich die Grenzen nicht.
Antoinette Döbeli, 52, Birr Ich mache Postendienst für den Samariterverein. Wir wollen unseren Verein den Leuten näher bringen. Mir gefallen alle Stände, den Moststand finde ich zum Beispiel schön, weil es etwas zu degustieren gibt.
Chiara Geissberger,21, Birr Ich arbeite am Stand der Leutwyler Elektro AG . Dort schaue ich für den Stand und hole zum Beispiel neue Schinkengipfeli aus dem Ofen. Ich helfe aus, weil meine Mutter dort arbeitet. Am besten hat mir das Säulirennen gefallen.

Tamara Vögeli, 15, Scherz Ich muss hier sein, weil mein Vater gefunden hat, das sei eine Familienaktivität. Am besten hat mir die Pferdekutsche gefallen – ich reite nämlich auch selber.

Aargauer Zeitung

Säulirennen und Vertikaltuch

Während um 13 Uhr die Stimmung auf dem Ausstellungsgelände noch etwas verschlafen war, starteten um 14 Uhr gleich zwei Attraktionen, die die Besucher etwas lebendiger stimmten. Zu Shania-Twain-Soundtrack fieberten rund 60 Zuschauer beim Säulirennen mit. Gewonnen haben schliesslich das Schweinchen «Fischerli» sowie die «Powersau». Die Glücklichen, die richtig getippt hatten, erhielten sechs Franken – das Dreifache ihres Wetteinsatzes.

Gleichzeitig füllte sich der Platz vor dem Robert-Hossli-Stand, weil dort die junge Akrobatin Nathalie Gerber – von einem Manitou-Lift hängend – ihre beeindruckende und unterhaltsame Vertikaltuch-Show präsentierte.

Alle lieben Wettbewerbe

Überall auf dem Ausstellungsgelände wurden neben Snacks und ausführlicher Beratung Wettbewerbe angeboten: Bei der Fliegerschule Birrfeld gab es beispielsweise jede Stunde einen Rundflug für zwei Personen zu gewinnen, bei der Mühle Scherz einen Gutschein, wenn man die richtige Anzahl Kirschensteine in ihrem Kissen erraten konnte.

Nur ein Wettbewerb schien nicht sehr beliebt zu sein: der Windrad-Bastel-Wettbewerb, an dem Kinder ihre Windrad-Kreationen neben dem Tombola-Stand abgeben konnten. Lediglich ein einziges, einsames Windrädchen steckte am Samstagnachmittag in der dafür vorgesehenen Vorrichtung.

Auf der Wiese hinter der Turnhalle herrschte hingegen reges Treiben. Eine grosse Menschenmenge schaute um 16 Uhr staunend dem Abflug des rund sieben Millionen Franken teuren Erste-Hilfe-Helikopters zu, als dieser über dem Oberstufenschulhaus davonflog.

Viele Öko-Produkte

Dieses Jahr schien die Ökologie ein wichtiger Wettbewerbsfaktor für die anwesenden Unternehmen zu sein. Saniburki warb zum Beispiel für einen Wasserenthärter, der durch Entlastung der Kläranlagen die Umwelt schont. Aber auch Wohlfühl-Produkte schienen beliebt zu sein: Die Drogerie Birrfeld stellte zum Beispiel viele verschiedene ätherische Öle vor. Insgesamt waren an der Eigeschau 53 Aussteller vor und in der Mehrzweckhalle und der Turnhalle anwesend.

Im grossen Festzelt, wo die Tische in den Birrer und Lupfiger Farben blau und gelb gedeckt waren, sagte ein Mann im Vorbeigehen: «Da geht einem das Herz auf, so viele zufriedene Leute hier zu sehen.» Damit gab er die allgemeine Stimmung an der dreitätigen Ausstellung wieder: Die Eigenämter sind stolz auf ihr vielfältiges Gewerbeangebot. Und sie sind stolz darauf dies in einer Einheit zu präsentieren.

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