Pferdefleisch in der Lasagne, Rinderwahn, Gammelfleisch und jetzt neu der Fall bei Carna Grischa: Fleisch-Skandale kamen in den letzten Jahren einige vor. Die Auswirkungen davon haben auch die Metzgereien in der Region Brugg bemerkt. Vermehrt gibt es Kunden, die bewusst in den lokalen Metzgereien ihr Fleisch einkaufen gehen. Gut drei Wochen vor Weihnachten könnte darum das grosse Geschäft für die Metzgereien locken.

So stellt Ernst Lüthi seit Jahren fest, dass die Aufträge auf Festtage hin – sei es Weihnachten oder Ostern – stetig zunehmen. Auch vom jüngsten Fleisch-Skandal kann der Metzger, der in Hausen sein Geschäft führt, profitieren. «Ich hatte Anfragen von Restaurants, die jetzt wieder auf Schweizer Qualität bei der Fleischware setzen wollen», sagt Lüthi. Dadurch, dass sein Betrieb immer noch selber schlachtet, habe er auch die grössere Kontrolle über das Fleisch. «Die Transparenz, auch für den Kunden, ist da.» Viele seiner Kunden wüssten dies auch, darum sei die Nachfrage nach der Fleisch-Herkunft eher gering.

Abgestumpfte Konsumenten

Ähnlich klingt es von Markus Schnyder, dem die Schnyder Metzgerei in Schinznach-Dorf und Wildegg gehört. «Wir haben wenig Nachfragen, das Vertrauen scheint da zu sein», so Schnyder. Er hat aber auch das Gefühl, dass die verschiedenen Skandale die Konsumenten abgestumpft haben, dass sie sich nicht mehr dafür interessieren. «Viele wollen einfach möglichst günstiges Fleisch.»

Dass sich Qualität und guter Preis aber nicht zwingend ausschliessen, betonen Schnyder und Lüthi. Beide sagen, dass sie durchaus mit dem Preis vom Offenverkauf bei Grossverteilern mithalten können.

Hansruedi Meier von der Zentrum Metzg in Windisch nimmt die Konsumenten in die Pflicht: «Auch die Konsumenten sind gefordert. Viele wollen einen möglichst günstigen Preis. Das passt nicht mit dem Qualitätsanspruch zusammen.» Er selber habe Kundschaft, die lieber nur zwei- bis dreimal pro Woche Fleisch isst, dafür auf Qualität und Bio-Fleisch setzt. «Es gibt auch Leute, die nach einem Fleisch-Skandal bei uns vorbeikommen und sagen: ‹Jetzt reicht es, ich kaufe nur noch beim Metzger Fleisch ein›», sagt Meier. Er setzt auf möglichst grosse Transparenz. So bereitet er das Hackfleisch gleich vor den Augen der Kundschaft zu. 

Roger Wernli, der zwei Filialen in Remigen und Birr betreibt, glaubt, dass lokale Metzgereien längerfristig von solchen Skandalen profitieren können. Alle befragten Metzger betonen trotzdem: Jeder Skandal sei rufschädigend für die gesamte Branche. Sie alle glauben aber, dass es für ihr Geschäft positive Auswirkungen hat.