Birr
Finanzverwalter-Stellvertreter nach Griff in die Gemeindekasse angeklagt

Der freigestellte Verwaltungsangestellte hatte insgesamt 250'000 Franken aus der Gemeindekasse Birr entwendet. Bislang hat er einen beachtlichen Teil des Geldes zurückbezahlt. Dennoch drohen dem Mann 18 Monate Freiheitsstrafe bedingt und 4000 Franken Busse.

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Der Gemeinde Birr sind wegen Veruntreuung viele Umtriebe und ein finanzieller Schaden von etwa 25’000 Franken entstanden.

Der Gemeinde Birr sind wegen Veruntreuung viele Umtriebe und ein finanzieller Schaden von etwa 25’000 Franken entstanden.

Archiv AZ

Zum Eklat in der Finanzabteilung Birr kam es im November 2014. Der Gemeinderat stellte einen Mitarbeiter per sofort frei, weil in der Gemeindekasse Geld fehlte.

In der Zwischenzeit hat die Kantonale Staatsanwaltschaft Aargau Anklage im abgekürzten Verfahren gegen den ehemaligen Verwaltungsangestellten erhoben.

«Wegen qualifizierter Veruntreuung, mehrfachen Unterdrückens von Urkunden und mehrfacher Urkundenfälschung fordert die Staatsanwaltschaft eine Freiheitsstrafe von 18 Monaten bedingt sowie eine Busse von 4000 Franken», sagt Mediensprecherin Sandra Zuber. Die Anklage ist am Bezirksgericht Brugg hängig.

Zur Erinnerung: Bei der Abteilung Finanzen war es zu «Unzulässigkeiten und Verfehlungen» gekommen. Aufgrund mehrerer durchgeführter Kontrollen flog das Ganze auf. Offensichtlich hatte der freigestellte Mitarbeiter über eine längere Zeit hinweg immer wieder kleine Beträge abgezweigt.

Gemeindeammann Markus Büttikofer sagte damals, dass die Behörde von der Gemeindeabteilung des Kantons über diese Unregelmässigkeiten informiert worden sei. Für den Gemeinderat gab es keine Anzeichen, dass sich der Mitarbeiter illegal bereichert hatte.
Zwischen der Gemeinde Birr und dem Beschuldigten kam es vor wenigen Monaten zu einem Vergleich.

«Die Deliktsumme beträgt rund 250'000 Franken. Bisher hat der ehemalige Angestellte 145'000 Franken zurückbezahlt», liess sich Gemeindeschreiber Alexander Klauz im vergangenen Dezember zitieren.

Für die restliche Rückerstattung ist eine umfassende Vereinbarung unterzeichnet worden. Der Gemeinde Birr sind zudem Drittkosten von etwa 65'000 Franken – inklusive Zusatzaufwand auf der Verwaltung – angefallen. Zulasten der Versicherung gehen davon rund 40'000 Franken.

Im Bezirk Brugg gab es vor zwei Jahren einen weiteren Veruntreuungsfall auf der Finanzverwaltung in Thalheim: Im vergangenen November wurde die ehemalige Angestellte in einem abgekürzten Verfahren wegen betrügerischen Missbrauchs einer Datenverarbeitungsanlage, qualifizierter Veruntreuung und weiterer Delikte schuldig gesprochen.

Sie wurde zu einer Freiheitsstrafe von 16 Monaten verurteilt. Die Strafe wurde zugunsten einer ambulanten psychotherapeutischen Therapie aufgeschoben. Der Gemeinde Thalheim zahlte die Beschuldigte als Schadenersatz Fr. 74'552.10 zurück.

Die Aufnahmen vom Dezember 2015 zum Fall:

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