1,83 Terabyte Daten, 613 Untertitel und 1296 Schnitte: An der Premiere von «BurnOut» im Brugger Kulturhaus Odeon am vergangenen Sonntag zeigt sich, welch enorme Arbeit in der Produktion eines Films steckt.

Noch eindrücklicher sind diese Zahlen deshalb, weil es sich nicht um einen gewöhnlichen Spielfilm handelt. «BurnOut» ist nämlich das Werk von Schülerinnen und Schülern der Abschlussklassen der Bezirksschule Windisch.

Das Plakat zum Spielfilm «BurnOut»

Das Plakat zum Spielfilm «BurnOut»

Während eines ganzen Schuljahrs haben sich die Jugendlichen – eine Kerngruppe von 25 Schülerinnen und Schülern – das nötige Wissen, wie beispielsweise Kameraführung, Maske oder Technik, in Workshops erarbeitet.

Im Juni 2018 haben dann die Dreharbeiten zum Film begonnen, in dem Deutsch und Englisch (mit Untertiteln) gesprochen wird. Die Besetzung besteht aus Profis der Schweizer Filmszene sowie den Schülerinnen und Schülern, die vor und hinter der Kamera zusammenarbeiteten.

Geschichte handelt von aktuellem Thema

Am Abend der Premiere sind die Plätze bis zur letzten Reihe voll. Eltern, Geschwister, Freunde und Bekannte, aber auch neugierige Zuschauer aus der Region warten gespannt auf die Vorstellung.

Der Kinofilm, dessen Geschichte von zwei Klassen der Bezirksschule Windisch entwickelt wurde, handelt vom Englischlehrer Ian (Matthew Wildhaber) und der Schülerin Valeria (Lara Eichenberger). Beide kämpfen mit ganz alltäglichen Problemen. Im Laufe eines Schuljahrs geraten sie immer näher an eine Burnout-Erkrankung.

Ein filmreifer Kuss und gepuderte Jungs

Ein filmreifer Kuss und gepuderte Jungs – Eindrücke von den Dreharbeiten im Juni 2018

Ein Blick hinter die Kulissen der Dreharbeiten zum Spielfilm der Bez Windisch.

Es ist ein aktuelles Thema, das Lehrerin und Regisseurin Michèle Bachmann, von der die Idee zum Film stammt, aufgreift. «Ich selbst habe den Überblick über die Fälle von Burnout in meinem Umfeld verloren», sagt sie in ihrer Ansprache.

«Als Lehrperson erhält man meist nur die schlechten Rückmeldungen. Geben Sie ruhig auch mal positives Feedback, wenn Sie mit der Arbeit der Lehrperson zufrieden sind», wendet sie sich weiter an das Publikum. Besonders stolz sei sie, dass die Arbeit der Jugendlichen mit den Erwachsenen so gut funktioniert hat.

Wie bei den meisten Hollywood-Produktionen auch, gibt es für Lehrer Ian und Schülerin Valeria ein Happy End. Als die Jugendlichen – alle haben die Bezirksschule inzwischen abgeschlossen – nach der Vorstellung unter Applaus die Bühne betreten, erhebt sich das ganze Publikum. Neben den Standing Ovations fliessen auch ein paar Tränen bei den stolzen Eltern und Verwandten.

Der Film wird nicht nur im «Odeon» gezeigt, sondern im Rahmen der Aktionstage Psychische Gesundheit im September und Oktober auch in Reinach, Schöftland und Wettingen. Zudem nimmt das «Odeon» den Film ins Programm auf. Die nächste Vorstellung ist am Sonntag, 15. September, um 18 Uhr.