Nur wenige Wochen nach Semesterbeginn steigt diesen Samstag in Brugg-Windisch das FH-Fest zum dritten Mal im Campussaal. Die Party richtet sich primär an die Studenten der Fachhochschule Nordwestschweiz, willkommen sind aber alle Interessierten ab 18 Jahren. «Zum ersten Mal haben wir ein Motto», sagt Sophie Ordelman, Informatik-Studentin im 3. Semester und im OK zuständig fürs Sponsoring.

«Come fly with us!» (Komm flieg mit uns!) heisst es auf dem Plakat und den Flyern. Damit wolle man sowohl die regulären Studenten aus den Kantonen Aargau, Basel und Solothurn sowie die Austausch-Studenten motivieren, für eine tolle Party nach Brugg-Windisch zu kommen, so Ordelman. Letztes Jahr kamen 1800 Gäste ans FH-Fest, diesmal rechnen die Organisatoren mit bis zu 2200 Besuchern, erlaubt sind maximal 2350. Das OK unter der Leitung von Steven Schmid, Informatik-Student im 5. Semester, scheut für diese Party keinen Aufwand: Es gibt vier Bars. Sechs DJs, darunter David Dorad aus Berlin, heizen auf den beiden Tanzbühnen so richtig ein und im Foodcorner gibt es Kulinarisches zu Studentenpreisen.

Umsatzeinbusse und Wartezeit

Los gehts um 22 Uhr. Doch anders als in der Vergangenheit wurde das FH-Fest nur noch bis 4 Uhr und nicht mehr bis 5 Uhr bewilligt. Steven Schmid ist nicht glücklich darüber: «Wir haben im Gebäude und auf dem Areal mehr Sicherheitspersonal als in den Vorjahren, und trotzdem wollte man uns die Bewilligung nicht wie gewohnt bis 5 Uhr erteilen.» Eine kürzere Party bedeute automatisch auch eine Umsatzeinbusse. Zugreisende nach Olten müssten so nämlich bereits um 2.39 Uhr auf den Zug oder bis 4.39 Uhr warten.

Und nach Basel gebe es nach Party-Schluss erst um 5.19 Uhr wieder eine vernünftige Verbindung. Ihm sei nicht wohl beim Gedanken, dass Party-Gäste so lange am Brugger Bahnhof auf den Zug warten müssten, betont Schmid. Das Sicherheitspersonal stehe bis 4 Uhr auf dem Areal im Einsatz. «Ich kann keine Verantwortung übernehmen, wenn danach etwas passiert», sagt der OK-Chef.

Bewilligungsbehörde für Veranstaltungen sind grundsätzlich die Gemeinden. Bei Grossanlässen rate die Polizei die Veranstaltungsdauer auf längstens 4 Uhr zu gestatten, sagt Heiner Hossli, Chef der Regionalpolizei (Repol) Brugg. «Schliesslich ist es Sache des Organisators, das Veranstaltungsende auf die Verbindungen des öffentlichen Verkehrs anzupassen», fährt Hossli fort. In den letzten Jahren, vor allem im Jahr 2015 und 2016 sei es am FH-Fest zu verschiedenen Vorfällen gekommen, auch Schlägereien, was den Einsatz der Polizei erforderte. Die Kantons- und die Regionalpolizei Brugg habe diesen Anlass deshalb auf dem Radar und mit genügend Einsatzkräften geplant.

Es soll kein Präjudiz geben

Der Repol-Chef betont ausserdem: «Mit zunehmender Veranstaltungsdauer nimmt vielfach der Alkoholkonsum zu, und dies führt dann erfahrungsgemäss zu vermehrten Problemen.» Mit der Zusage für eine Fest-Verlängerung würde ein Präjudiz geschaffen, das so gegenüber anderen Veranstaltern nicht vertretbar ist.

Auf dem Campus-Areal dürfte beispielsweise auch der Betreiber der EG-Bar an längeren Öffnungszeiten in der Nacht auf Sonntag interessiert sein. Gemeindeschreiber Stefan Wagner von Windisch, der sich um die Bewilligung für unterschiedlichste Anlässe an verschiedensten Orten oder Lokalitäten kümmert, bestätigt auf Nachfrage der AZ, dass es nun darum gehe, für einheitliche Regeln zu sorgen.

Wie schnell es an einer Party zu einem tragischen Zwischenfall kommen kann, wissen alle, die im Juli den Treppensturz-Unfall, an dessen Folge ein Student verstarb, auf dem CampusAreal mitbekommen haben. Das OK wird deshalb im Erdgeschoss vor einem tieferen Geländer Stellwände mit der Geschichte über die Aviatik aufstellen, um da die Sicherheit zu erhöhen.

Im Idealfall 10 Minuten auf Bühne

Worauf freuen sich Schmid und Ordelman am meisten? «Wenn ich am Sonntagmorgen müde nach Hause gehen kann und weiss, dass es keine Zwischenfälle gegeben hat», sagt sie. Und er ergänzt: «Wir vom OK werden ziemlich beschäftigt sein und vom Fest selbst gar nicht viel mitbekommen. Im Idealfall kann ich 5 bis 10 Minuten auf der Tanzbühne geniessen.»