Am Abend balancierte Freddy Nock mit einem Feuerwerk auf dem Rücken zwischen dem Einkaufszentrum Neumarkt 1 und 2 in Brugg hin und her. Ein atemberaubendes Bild bot sich den Zuschauern. Tausende Funken prasselten auf den Brunnen vor dem Neumarktplatz nieder.

Hochseilakrobat Freddy Nock trainiert in Brugg zwischen den Hochhäusern

Bei der Probe am Nachmittag hat alles geklappt

Viermal überquerte er das nur zwei Zentimeter breite Seil. «Er ist nicht einmal gesichert», tuscheln ein paar Mädchen, die gespannt in den Himmel blicken. In der ersten Hälfte des Weges ging alles gut, doch dann, als das Feuerwerk gezündet wurde, bemerkten auch die Zuschauer, dass etwas nicht ganz stimmte. Ein Feuerwerkskörper explodierte. Ohne sich gross etwas anmerken zu lassen, lief Freddy Nock weiter Richtung Neumarkt 1. Das Feuerwerk dauerte noch eine ganze Weile.

Auf dem Seil sitzend, wartete er, bis auch die letzten Funken erlöscht waren und verschwand dann auf dem Dach des Neumarkts 1. Die Zuschauer tuschelten. «War das Absicht?», fragte ein kleines Mädchen seine Mutter. Nach knapp zehn Minuten stand Freddy Nock wieder auf dem Seil - mit einem kühlenden Tuch um seinen Arm gewickelt. Das Feuer hatte sich durch seine Lederjacke und sein T-Shirt gebrannt.

Auf dem Rückweg zum Neumarkt 2 beantwortet er über ein Mikrofon Fragen. «Ich bin schon ein bisschen erschrocken», gesteht er. «Aber das gehört dazu, man kann nie ganz ausschliessen, dass etwas schief geht.» Freddy Nock wird morgen voraussichtlich trotzdem auftreten. Auf Nachfrage wollte er keine Auskunft zu seiner Verletzung geben. (era)