Brugg

Feuerwerk in Wohnung gezündet – explosive Stoffe abtransportiert

Grosseinsatz am Montag in Brugg: In einer Wohnung am Rain in Brugg ging ein Feuerwerkskörper los. Der Mieter verletzte sich an der Hand schwer. Drei Wohnhäuser mussten aus Sicherheitsgründen evakuiert werden.

Ein 30-jähriger Schweizer hat am Montagmorgen, kurz nach 11 Uhr, im Brugger Wohnquartier am Rain in einer Wohnung Feuerwerkskörper gezündet. Die Kantonspolizei geht von einem Unfall aus, wie sie mitteilt. Er hielt sich beim Vorfall allein in seiner Wohnung auf.

Wie die Kantonspolizei in einer Mitteilung schreibt, hat sich der Mann an der Hand schwer verletzt und musste mit einer Ambulanz ins Spital gebracht werden.

Weitere Personen wurden nicht verletzt. Aus Sicherheitsgründen wurden die umliegenden Gebäude vorsorglich evakuiert und der Bereich abgesperrt. Gegen 16.35 Uhr gaben die Einsatzkräfte die Liegenschaften für die Bewohner wieder frei. Die Kantonspolizei, die Regionalpolizei Brugg sowie die Feuerwehr Brugg standen mit einem Grossaufgebot im Einsatz. 

Aus der Wohnung evakuiert: Anwohnerin Agnes Broger (68) erzählt.

Aus der Wohnung evakuiert: Anwohnerin Agnes Broger (68) erzählt.

Anwohnerin Agnes Broger erzählt der az: «Ich habe einen Knall gehört.» Erst dachte sie, jemand habe geschossen. Dann ging es nicht lange, bis ein erstes Polizei-Auto vor Ort war. Den Bewohner der besagten Wohnung habe sie in den zwei Monaten, die er hier wohne, noch nie gesehen.

Gefährliche Chemikalien in der Wohnung

Wie sich herausstellte, hatte der Verletzte gefährliche Chemikalien in seiner Wohnung gelagert. Die Ermittler fanden in der Wohnung einige kleine Behälter gefüllt mit mutmasslich gefährlichen chemischen Substanzen. Der wissenschaftliche Dienst des forensischen Instituts Zürich hat die Behälter abtransportiert. Sie sollen umgehend an einem sicheren Ort vernichtet werden, so die Kantonspolizei. 

Die zuständige Staatsanwaltschaft Brugg-Zurzach hat eine Strafuntersuchung gegen den jungen Schweizer eröffnet. Dabei soll geklärt werden, wofür er die teils explosiven Stoffe in seiner Wohnung aufbewahrte und wie es genau zum Zwischenfall kam.

Nachbarn nehmen es gelassen

Im betroffenen Wohnquartier leben rund 150 Personen, weniger als die Hälfte befand sich bei dem Unfall vor Ort. Die evakuierten Nachbarn halfen sich auf den Strassen gegenseitig mit Getränken, Essen und Stühlen aus.

Explosionsgefahr in Brugg - drei Häuser evakuiert

Explosionsgefahr in Brugg - drei Häuser evakuiert

Die evakuierten Bewohner nahmen die Situation einigermassen gelassen hin. Die meisten kamen bei Nachbarn unter, deren Wohnung noch zugänglich war. Andere wiederum organisierten Getränke, Essen und Stühle für die älteren Bewohner. «Ich wohne nun seit 50 Jahren hier», erzählt Sonja Meister (79). «Aber so etwas habe ich nun doch noch nie erlebt.»

Etwas komisch sei es schon gewesen, als die Polizei an der Türe klopfte und Anweisungen gab. Den Nachmittag verbrachte sie auf einem Stuhl im Freien. Uta Wahl (59) war es etwas mulmig zumute. «Ich nahm das Nötigste mit und ging dann sofort raus.» Sorgen machte sie sich vor allem über die unbekannten Substanzen.

Allen Anwohnern gemein war, dass niemand den Mann kennt. Gemäss ihren Aussagen ist der 30-Jährige erst vor rund zwei Monaten in die Wohnung eingezogen. Arthur Salvisberg (68) hat den Mann noch gesehen, als die Ambulanz ihn holte. «Er wirkte sehr verwirrt», erzählt Salvisberg. «Ich habe dann versucht, ihn zu beruhigen und habe ihm gut zugeredet.»

Hier am Rain 4 in der Parterrewohnung kam es zum Zwischenfall

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