Schenkenbergertal
Feuerwehr braucht neue Kräfte – doch die zu finden wird immer schwieriger

Die Feuerwehr Schenkenbergertal ist auf der Suche nach Verstärkung. Verdiente Kameraden haben ihre Pflicht erfüllt, jüngere sind weggezogen und deshalb ausgetreten.

Michael Hunziker
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Die Feuerwehr ist bei einem Feuer genauso zur Stelle wie bei einem Verkehrs-, Chemie und Ölunfall oder bei einem Wasserschaden. (Symbolbild)

Die Feuerwehr ist bei einem Feuer genauso zur Stelle wie bei einem Verkehrs-, Chemie und Ölunfall oder bei einem Wasserschaden. (Symbolbild)

Silvan Hartmann

Neue Feuerwehrleute zu gewinnen sei im Vergleich zu früher tendenziell schwieriger geworden, stellt Kommandant Michael Maeder fest.

Für ihn ist der Fall klar: «Ein Engagement in der Feuerwehr lohnt sich und macht Sinn: Wir helfen unseren Mitmenschen.» Ein Feuerwehrangehöriger, fährt Maeder fort, lerne viel im Umgang mit Geräten, Fahrzeugen und Menschen aus allen Schichten. «Wir bewegen uns in einem spannenden Umfeld.» Das Wissen und die Fähigkeiten, die sich ein aktiver Feuerwehrangehöriger im Dienst aneigne, seien eine Bereicherung für das Berufs- wie auch das Privatleben, ist der Kommandant überzeugt. «Davon können wir profitieren.»

95 Aktive...

...zählt die Feuerwehr Schenkenbergertal. Die Organisation mit den Spezialisten-Abteilungen Atemschutz,
Maschinisten, Chauffeure, Elektriker, Sanität und Verkehr leistet Hilfe in den Gemeinden Schinznach-Bad, Schinznach und Veltheim. Die sieben Fahrzeuge sind auf zwei Standorte verteilt: den Hauptstandort Schinznach-Dorf und den Nebenstandort Schinznach-Bad. (az)

Überdies seien diverse Möglichkeiten vorhanden, um sich professionell weiterbilden zu lassen oder aufzusteigen – vom Gruppenleiter bis zum Instruktor, fügt Maeder an. «Die Leiter nach oben ist offen.» Nicht zuletzt gebe es in der Feuerwehr viele unvergessliche Momente und Erfolgserlebnisse – aus der Bevölkerung sei immer wieder Dankbarkeit zu spüren. Kurz: Es handle sich um eine interessante und lehrreiche Freizeitbeschäftigung, die erst noch entschädigt werde, fasst Maeder zusammen. Apropos Freizeit: Auch die Kameradschaft und das Gesellige würden gepflegt.

Die Bereitschaft sinkt

Früher sei die Feuerwehr ein fester Bestandteil des Dorflebens gewesen. Die demografische Entwicklung mache aber vor der Feuerwehr nicht halt, führt der Kommandant aus. Viele Dorfbewohner arbeiten auswärts, das Angebot an Freizeitaktivitäten ist gross. Anders gesagt: Der Wille, Zeit in die Feuerwehr zu investieren, sei häufig nicht mehr vorhanden. Und der Pflichtersatz, der jährlich statt des aktiven Diensts geleistet werden müsse, sei viel zu gering. Nicht zu vergessen: Auch vom Arbeitgeber werde Verständnis verlangt, wenn seine Mitarbeiter bei einem Alarm ausrücken.

Der Bestand der Feuerwehr Schenkenbergertal bewege sich inzwischen am unteren Sollbestand. «Wir müssen etwas unternehmen», betont Maeder. Erstens brauche es eine gewisse Anzahl Feuerwehrleute, um die Bereitschaft sicherzustellen. Und zweitens sei es angenehmer, die Aufgaben auf viele Schultern verteilen zu können.

Keine Zwangsrekrutierung

Auch wenn Männer und Frauen laut Gesetz feuerwehrpflichtig sind: Maeder setzt auf die Freiwilligen, weil bei diesen die Motivation erfahrungsgemäss gross sei. «Eine Zwangsrekrutierung macht meiner Meinung nach wenig Sinn.» Interessierte werden am 24. September an einen Informationsanlass eingeladen. An diesem wird auf das allgemeine Feuerwehrwesen eingegangen. Ebenfalls wird die Feuerwehr Schenkenbergertal vorgestellt und die Sprache kommt auf die vielfältigen Tätigkeiten, die Übungen oder die Entschädigung. Kommandant Maeder verspricht einen kurzweiligen Abend.

Informationsabend Mittwoch,
24. September, 19.30 Uhr, Feuerwehrmagazin Schinznach-Dorf.