Kinder langweilen sich bekanntlich relativ schnell. Vor allem in der Ferienzeit, wenn das tägliche Programm fehlt, lungert der Nachwuchs zum Bedauern vieler Eltern antriebslos zu Hause herum. Die Kinder in der Region Brugg haben da Glück: Das Ferienpass-Angebot der Pro Juventute unterhält während der Frühlingsferien die junge Generation bestens und lässt keine Wünsche offen.

Junior-Gourmets kochen im Restaurant wie die Profis, verzieren Cupcakes oder backen ihr eigenes Brot. Kinder mit einem Herz für Tiere dürfen sich zwischen einem Abendprogramm mit Fledermäusen, einer Einführung in die Imkerei oder einem Nachmittag mit Alpakas entscheiden.

Kreative Köpfe – oder eher Hände – lernen das Töpfern mit Ton kennen oder basteln eine Kokos-Fussmatte. Die Liste der Kurse könnte beliebig weitergeführt werden. Im Kurs von Charlotte Cuvelier und Petra Schuler geht es süss zu und her. Im Zentrum des Back-Nachmittages stehen die Cupcakes. Diese kleinen Kuchen sind Muffins, die mit einer Cremehaube überzogen und reichlich verziert werden. In der Kochschule des Freudenstein-Schulhauses in Brugg sind die Kinder konzentriert am Werk. Nur ab und zu, wenn ein Teilnehmer Hilfe oder einen Tipp benötigt, werden Schuler oder Cuvelier gerufen.

Unter all den Mädchen befinden sich auch zwei backbegeisterte Jungs. Der 13-jährige Laurin kam mit seinem drei Jahre jüngeren Bruder Leon. Weshalb hast du genau diesen Kurs ausgewählt?, will die Journalistin wissen. «Ich backe auch sonst in meiner Freizeit, aber alleine kriege ich die Backwaren nie so hin», sagt er. Zudem wisse er nicht, wo man die Deko-Zutaten kaufen könne. Auch Kim, zehn Jahre alt, ist fleissig an der Arbeit. Die Tochter von Charlotte Cuvelier backt zu Hause gerne mit ihrer Mutter. Cuvelier ist nicht Hauswirtschaftslehrerin – sie ist ausgebildete Köchin. «Es ist aber eher Petras grosses Hobby», sagt sie und deutet auf ihre Kollegin. Schuler nickt und lacht verschmitzt.

Nachmittag mit Alpakas

Fünf Tage später in Scherz: Anita Amstad erwartet sechs Kinder, die sich für ihren Kurs «ein Nachmittag mit Alpakas» angemeldet haben. Bevor die Teilnehmenden ankommen, zeigt Amstad dem Gast noch ihr erstes selbst gefertigtes Halstuch aus Alpakawolle. «Die Wolle stammt von meinen Tieren», sagt sie nicht ohne Stolz. Mittlerweile klingelt es in regelmässigen Abständen. Nach und nach tröpfeln die Teilnehmer ins Haus. Nach einer kurzen Einführung in die Welt der Alpakas geht es auch schon los: Die Kinderschar bewegt sich, angeführt von Amstad, Richtung Alpaka-Weide direkt vor dem Haus.

Zuerst noch etwas schüchtern, tauen die Kinder spätestens dann auf, als sie die mit den Lamas verwandten Tiere am Halfter nehmen und loslaufen können. Chiara ist aus Brugg und zehn Jahre alt. Weshalb sie hier ist und nicht in einem anderen Kurs, erklärt sie wie folgt: «Ich mag Tiere sehr und bin gern in ihrer Nähe. Deshalb habe ich dieses Angebot ausgewählt.» Amstad hält die Tiere seit drei Jahren. «Die letzten zwei Alpakas habe ich zu meinem Geburtstag geschenkt bekommen», erzählt sie.