Flexibilität war angesagt am Samstagmorgen, da man für die Stunde der offiziellen Einweihungsfeier mit kräftigem Regen rechnete: Anstatt draussen vor dem Stapferschulhaus, fanden die Reden zur Einweihung des renovierten und erweiterten historischen Baus im Singsaal statt. Die Kinder sangen ihr «Stapferlied» und später das «Dankeschön-Lied» an die Handwerker dicht gedrängt vor dem Singsaal.

Für Stadtrat Reto Wettstein (Ressortvorsteher Planung und Bau), war das Bauprojekt der letzten 18 Monate, wofür ein Kredit von 10,56 Mio. Franken gesprochen worden war, ein «Projekt von Generationen an Generationen». «Beton für Bildung kostet», das eine schliesse aber das andere nicht aus, sondern wirke wechselwirksam befruchtend. Er betitelte den Bau von Architekt Albert Froelich 1909/1910 als reine Poesie und zitierte dazu Bertold Brechts Gedicht «Von allen Werken», in dem es zu Beginn heisst: «Von allen Werken die liebsten sind mir die gebrauchten.» In diesem Zusammenhang wies Reto Wettstein auf die hervorgehobenen Parkettböden in den Schulzimmern, aber auch auf den in seinen – mit dem freigelegten Fries – ursprünglichen Zustand versetzten Singsaal. Den neuen Uhrenturm sowie die 50-prozentige Reduktion des Energieverbrauchs bezeichnete er als weitere Highlights.

Der erste Schultag im neuen Schulhaus

15. August 2018: der erste Schultag im neuen Schulhaus

Die Erstklässler wurden mit einem Spalier empfangen. Nachher durften sie zum ersten Mal – gemeinsam mit ihren Eltern – ins Schulzimmer.

Architekt Lukas Zumsteg, vom Brugger Architekturbüro Liechti Graf Zumsteg, sprach von einem Freudentag. «Wir haben versucht, den Reichtum dieses Gebäudes hervorzuheben und gleichzeitig mit dem Erweiterungsbau Neues zu schaffen. Wir haben erfahren, dass die Architektur mit dem Betrachter ein Gespräch führen kann», so der Architekt. Um dem Dialog zwischen Alt und Neu lauschen zu können, brauche es keine Ohren, sondern Augen. Als Dankeschön für die gute Zusammenarbeit überreichte Lukas Zumsteg ein gross gebackenes ABC: das «A» erhielt Schulleiterin Barbara Iten, das «B» ging an die Abteilung Planung und Bau mit Projektleiter Jörg Steinhardt und das «C» schliesslich an den Brugger Stadtrat.

Persönlicher Dank der Kinder

Zum Schluss der Feier bedankten sich die Kinder persönlich bei den Handwerkern: Maurer, Schreiner, Plattenleger, Dachdecker und Elektriker schritten mit den Kindern vor die versammelten Gäste. Mit Helmen und den T-Shirts der Handwerker ausgestattet, sagten sie zu den Plattenlegern: «Herzlichen Dank, dass Sie die neuen Plättli im Stapferschulhaus verlegt haben.» Oder an die Adresse der Sanitärinstallateure: «Sie haben einen schönen Ort geschaffen, für kleinere, aber auch grössere Sitzungen.» Die von den Kindern selber gegossene Stapfer-Schokolade gabs als Geschenk.

Die Schüler giessen ihre Schulhaus-Schoggi.

Die Schüler giessen ihre Schulhaus-Schoggi.

Nach der Feier erkundeten die vielen Gäste das ganze Schulhaus. Sie liessen sich mit dem Lift ins «Türmli» chauffieren, um von ganz oben einen tollen Ausblick zu geniessen, oder erkundeten die renovierten sowie die neu geschaffenen Schulzimmer und Gruppenräume. An Tablets navigierten sie sich durch die vielen Jahre der Geschichte des Stapferschulhauses, und auf der digitalen Schnitzeljagd wurde die eine oder andere knifflige Frage gestellt.

Gewerbeschau in der Turnhalle

40 Unternehmen und 10 verschiedene Planungsbüros arbeiteten am Projekt «Stapferschulhaus». Die Lernenden dieser Unternehmen organisierten für die Einweihungsfeier eine Gewerbeschau.

Die Schülerinnen und Schüler des Stapferschulhauses hatten in der vergangenen Woche erfahren, wie die genaue Arbeit eines Dachdeckers oder eines Elektrikers aussieht. Dieses Wissen gaben die Kinder am Samstag auf ihren Führungen an die Gäste weiter.