Dass die Finanzierung der geplanten Sportstätte in Birr auf wackligen Beinen stehen soll, lässt Giovanni Carta, Präsident des FC Birr und Projektleiter des Neubaus, nicht gelten. Die vorgesehenen eigenen finanziellen Mittel des Vereins von 25 000 Franken seien auf ein Sperrkonto bei der Aargauischen Kantonalbank überwiesen worden. Die Zusage des Sport-Toto-Fonds über 200 000 Franken sei ebenfalls gesprochen, und von den geplanten Sponsoren-Beiträgen von 62 000 Franken seien bereits mehr als 10 000 Franken zugesichert.

Die Suche sei grundsätzlich gut gelaufen, jedoch wegen des Referendums zwischenzeitlich nicht forciert worden, «um auch die nötigen Ressourcen in diese Kampagne einzusetzen», stellt der Präsident fest und verweist auf die Pressemappe mit Sponsoringkonzept, die mit Unterstützung einer Werbeagentur erstellt wurde. «Ein weiteres Zeichen, dass wir nicht inaktiv sind, wie uns vonseiten des Referendumskomitees vorgeworfen wird.»

Die Aussage, dass es der FC Birr in den vergangenen neun Jahren verpasst haben soll, Gelder für die Sportstätte zu sammeln, bezeichnet Carta schlicht als falsch. «Das ist eine Lüge.» Beim seinerzeitigen Sportplatz-Vorhaben seien – seitens der Gemeinde – keine Abmachungen betreffend Finanzierung mit dem FC Birr getroffen worden. Das aktuelle Sportstätte-Projekt dagegen sei knapp zwei Jahre alt. «Der FC Birr hat sich von Anfang bereit erklärt, sich im Rahmen des Möglichen finanziell daran zu beteiligen», hebt Carta hervor. «Das Referendumskomitee vergisst, dass es für einen Verein im Breitensport unmöglich ist, solche Projekte aus eigener Finanzkraft zu stemmen.» Gleiches gelte übrigens auch für Vereine in höheren Ligen oder sogar im Profibereich, fügt der Präsident an und nennt als Beispiel den FC Aarau.

«Die Sportstätte ist eine Investition für die Vereine und die Gemeinde in die Zukunft», fasst Carta zusammen. Sport zähle zu den beliebtesten Freizeitaktivitäten und bringe Menschen – unabhängig von Alter, Bildung, Religion oder Kultur – zusammen. «So schafft der Sport auch einen sozialen Mehrwert.» Beim Sporttreiben, ergänzt der FC-Präsident, werden – neben dem gesundheitlichen Nutzen – Werte vermittelt wie Toleranz, Respekt, Zusammenhalt, Teamfähigkeit und Kompromissbereitschaft. «Einem Klub anzugehören, fördert die gesellschaftliche Integration und bietet Kindern die Möglichkeit, sich weiterzuentwickeln, Freundschaften zu knüpfen und Spass zu haben. Sport ist ein wunderbares Mittel zur persönlichen und sportlichen Entfaltung.» Carta ist überzeugt, dass mit einer Sportstätte ein Mehrwert für alle Vereine geschaffen werden kann und die Attraktivität der Gemeinde steigt.

Dass sich der FC Birr auch Kritik stellen müsse, sei ihm bewusst. «Uns ist aber sehr wichtig, dass der mündige Bürger nicht durch Unwahrheiten, sondern durch tatsächliche und korrekte Fakten zu seinem Entschluss für ein Ja oder ein Nein an der Urne kommt.»