Villigen

FC Geissberg: Die Junioren müssen das Feld räumen

Die Stunden des FC Geissberg sind gezählt. Ab Juli werden sich die 46 Juniorinnen und Junioren einen anderen Klub suchen müssen. jdb

Die Stunden des FC Geissberg sind gezählt. Ab Juli werden sich die 46 Juniorinnen und Junioren einen anderen Klub suchen müssen. jdb

Der FC Geissberg ist am Ende. Vereinspräsident Fritz Keller macht die Gemeinde für die Auflösung des FC Geissberg verantwortlich. Die Gemeinde wehrt sich.

«Der FC Geissberg Villigen wird zu Grabe getragen», lautet der Titel eines Briefes von Gründungspräsident Fritz Keller an die Medien. Die Eltern der Junioren wurden bereits vor einem Monat an einem Elternabend über die kritische Situation des Vereins in Kenntnis gesetzt.

Der im 2007 gegründete Verein soll an einer ausserordentlichen Generalversammlung Ende Juni aufgelöst werden. «Leider konnten keine Funktionäre mehr gefunden werden. Aber auch die Trainersuche war durch das Verhalten der Gemeinde sehr schwierig und ermöglichte keine Zukunft mehr», begründet Keller.

Fehlende Unterstützung

Laut Keller fehlte die Unterstützung der Behörden und des Gemeinderats von Villigen komplett. Gemeindeammann Jakob Baumann widerspricht: «Wir unterstützen den FC Geissberg nicht mehr und nicht weniger als andere Vereine.» Denn die Gemeinde habe dem Fussballclub Sportplätze und Garderobe kostenlos zur Verfügung gestellt.

Unverständlich für Keller ist, dass der FCG vom Gemeinderat nicht als Dorfverein gesehen wird. Laut einer Regelung des Gemeinderats müssten dazu mindestens die Hälfte der Mitglieder Ortsbürger sein. Da dies beim FCG nicht der Fall ist, verlangte die Gemeinde vom Verein eine Miete für die Hallenbenützung in den Wintermonaten.

Für einen kleinen Verein wie der FCG seien diese Gebühren jedoch fast nicht bezahlbar, bedauert Keller. Der amtierende Vereinspräsident Heinz Eicher bestätigt zwar, dass nur noch einzelne Villiger im eigentlich sehr erfolgreichen Juniorenverein mitkicken: «Früher waren unter den 84 Junioren 25 Villiger mit dabei. Heute sind es nur noch vier von 46.»

Dennoch versteht auch er den Gemeinderat nicht und bestätigt Kellers Aussage: «Den einheimischen Kindern und Eltern wurde vom FC Geissberg abgeraten.»

Ein weiterer Frust für Eicher ist, dass er von den Gemeinderäten aufgrund seines Engagements im FC nicht mehr gegrüsst werde. Gemeindeammann Baumann streitet diesen Vorwurf jedoch ab: «Ich grüsse jeden, den ich kenne und der an mir vorbeigeht.»

Zum Scheitern verurteilt

Doch für Eicher ist klar: «Der FCG war vom Gemeinderat von Anfang an zum Scheitern verurteilt.» Für den Gemeindeammann hingegen steht fest, dass der Gemeinderat positiv eingestellt war: «Sonst hätten wir den Platz gar nie zur Verfügung gestellt.» Er räumt jedoch ein, dass er bereits beim Start gesagt habe, «dass es schwierig sein wird, einen Verein nur mit kleinen Kindern und ohne Aktive zu führen.»

Fehlende Freiwillige

Für Trainerin Esther Müller ist genau dies der springende Punkt. «Ohne Aktive fehlen dem Verein die freiwilligen Helfer», sieht sie als eigentliches Problem. Ihre 10-jährige Tochter trainiert ebenfalls im FCG und so kennt Müller auch die Sicht der Eltern: «Es ist schade, dass dieser Verein aufgelöst werden muss. Denn es sind aufgestellte und motivierte Kinder dabei.»

Für die Verantwortlichen des FC Geissberg ist die Auflösung des Vereins schmerzhaft. Präsident Eicher meint dazu: «Ich habe in den letzten vier Jahren nur für diesen Verein gelebt. Es ist einfach traurig.» Ende Juni findet zum letzten Mal die beliebte Mini WM statt. Gemäss Eicher wird dieser Familienanlass zugleich der letzte Atemzug des FC Geissberg sein.

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