Brugg
Fast jedes zweite Unternehmen weist höhere Umsätze aus

2012 hat dem Gewerbe der Region Brugg bessere Resultate gebracht als prognostiziert. Auch die Erwartungen für das begonnene Geschäftsjahr sind mehrheitlich positiv. Dies ergab die «Pulsmesser»-Umfrage von KMU Region Brugg.

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Jürg Michel von der Treuhandgesellschaft OBT.

Jürg Michel von der Treuhandgesellschaft OBT.

Auch KMU können sich verschätzen. Vor einem Jahr hatten die Unternehmer der Region Brugg die Aussichten für 2012 skeptisch beurteilt. Rund jedes vierte Unternehmen glaubte, den Umsatz steigern zu können – nun weist fast jedes zweite Unternehmen höhere Umsätze aus.

Noch besser sieht es bei den Gewinnen aus. 17 Prozent der Firmen sahen einen höheren Gewinn voraus – tatsächlich verbesserte sich die Gewinnsituation aber bei 40 Prozent der Firmen. Insgesamt zeigt sich, dass das Jahr 2012 für die KMU ziemlich genau gleich viel Umsatz- und Gewinnwachstum brachte wie das ebenfalls gute Jahr 2011.

Schweizer Binnenmarkt solide

«Aufgrund der anhaltenden Instabilität im EU-Raum haben wohl etliche Unternehmer vorsichtig budgetiert», vermutet Jürg Michel, Leiter Treuhand der OBT AG Brugg, die für KMU Region Brugg die Umfrageresultate auswertet. «Der Schweizer Binnenmarkt hat sich aber als ausgesprochen solide erwiesen. Dabei spielen die tiefen Zinsen ebenso eine Rolle wie die anhaltende Zuwanderung.»

Billige Kredite und Zuwanderung sind zwei Faktoren, die auch im Jahr 2012 die Baubranche begünstigt haben. Dort konnten überdurchschnittlich viele Anbieter Umsatz und Gewinn halten oder steigern. «Dies, obwohl der Preisdruck in dieser Branche vor allem im Neubau nach wie vor gross ist», erläutert Jürg Michel.

Im Branchenvergleich fällt als Gegenpol der lokale Detailhandel auf. Dort finden sich überdurchschnittlich viele Firmen, die 2012 einen Umsatz- und Gewinnrückgang hinnehmen mussten.

«Der lokale Fachhandel hat immer noch einen schweren Stand», analysiert Michel: «Grossverteiler und Handelsketten führen ein aggressives Werbe- und Preisregime und dringen in immer neue Nischen vor. Und eine gewisse Rolle spielt wohl auch der Einkaufstourismus nach Deutschland, der gemäss gesamtschweizerischen Berechnungen 2012 nochmals zugenommen hat.»

Verschnaufpause zeichnet sich ab

Immerhin sind die regionalen Fachhändler für 2013 zuversichtlicher. Nur jeder achte glaubt, der Umsatz werde wieder sinken, und etwa jeder vierte befürchtet, der Gewinn könnte abnehmen. Damit bewegen sich die Prognosen ziemlich genau auf dem Niveau des Durchschnitts aller Branchen.

Insgesamt fällt der Blick in die Zukunft leicht optimistischer aus als vor einem Jahr. 33% der Firmen glauben, den Umsatz steigern zu können (Vorjahr: 17%), 26% rechnen mit höheren Gewinnen (Vorjahr: 17%). Nur 13% (Vorjahr: 21%) kalkulieren sinkende Umsätze ein, 21% tiefere Gewinne (Vorjahr: 24%). Die Investitionen dürften in etwa auf dem Niveau des Vorjahres bleiben, ebenso der Personalbestand. Nach drei Jahren des Ausbaus scheint sich hier eine Verschnaufpause abzuzeichnen.

«Wichtige positive Rahmenbedingungen bleiben intakt», kommentiert Jürg Michel die unterm Strich positiven Prognosen, «auch wenn sich die Zeichen mehren, dass Baukredite und Hypotheken nicht mehr so leicht zu haben sein werden wie in den vergangenen zwei Jahren.» Eine zusätzliche Stütze für das regionale Gewerbe, so Michel, dürfte anderseits die Eröffnung des neuen Fachhochschulcampus in Brugg-Windisch werden. (az)

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