Brugg
Farbige Sonnenstoren werden in der Brugger Altstadt doch erlaubt

In Brugg liegt das überarbeitete Altstadtreglement ab Montag öffentlich auf. Kürzlich hat der Stadtrat die Bevölkerung darüber informiert.

Claudia Meier
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Die Altstadt in Brugg.

Die Altstadt in Brugg.

Michael Hunziker

Es hagelte heftige Kritik, als der Brugger Stadtrat im letzten Herbst das Mitwirkungsverfahren zum Entwurf des neuen Altstadtreglements durchführte. Mit einer von Fürsprecher Jürg Waldmeier verfassten Stellungnahme forderten 51 Unterzeichner, darunter Architekten, Gewerbetreibende und Bewohner der Altstadt, die Inkraftsetzung des Altstadtreglements durch den Stadtrat sei aufzuschieben, «bis das vom Stadtrat vor Erlass des Reglements in einem partizipativen Prozess zu erarbeitende Entwicklungskonzept vorliegt».

Davon will der Brugger Stadtrat aber nichts wissen. Er hält an seinem Fahrplan fest, das Altstadtreglement wie vorgesehen zeitgleich mit der Bau- und Nutzungsordnung (BNO) öffentlich aufzulegen. Und zwar vom 26. Februar bis 27. März auf der Stadtverwaltung, Abteilung Planung und Bau, und online auf www.raumbruggwindisch.ch.

Ausserdem sei vorgesehen, zeitnah für die Altstadt ein Entwicklungskonzept gemäss dem Räumlichen Entwicklungsleitbild (RELB) zu erarbeiten. Dazu sei die Zustimmung des Stadtrats sowie allenfalls ein Kreditantrag im Einwohnerrat erforderlich, heisst es in der fachlichen Stellungnahme der Exekutive.

Insgesamt gingen 13 Mitwirkungseingaben mit rund 145 Anträgen zum Altstadtreglement bei der Stadt Brugg ein. Ergänzend wurde das Dokument in der Bau- und Planungskommission beraten. Gestern Nachmittag – wegen einer Terminkollision bereits um 16 Uhr – begrüsste Stadtrat Reto Wettstein rund 25 Interessierte an einem Informationsanlass im Rathaussaal. Den Anwesenden wurde anschliessend erklärt, wie das Reglement überarbeitet wurde.

«Sehr gute» Qualität ist wichtig

In der neuen Präambel steht, dass Brugg gemäss Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz eine Altstadt von nationaler Bedeutung hat. Bauliche Massnahmen erfordern daher besondere Sorgfalt sowie Kenntnisse und Verständnis im Umgang mit dem gebauten Kulturerbe.

In mehreren Eingaben wurden Kann- sowie In-der-Regel-Formulierungen als zu wenig präzis beurteilt. Der Stadtrat hält diesen Einwänden im Bericht aber entgegen: «Mit diesen Formulierungen soll ein Handlungs- und Ermessensspielraum ermöglicht werden.» Dass bauliche Eingriffe in «sehr guter» Qualität projektiert und ausgeführt werden müssen, störte andere. Sie forderten: «Gut ist gut genug.» Weil der Status der Altstadt eine sehr gute Qualität erfordere, werde die Anforderung «sehr gut» belassen, betont die Exekutive.

Etwas offener zeigt sich die Stadtregierung bei den Sonnenstoren. Statt nur «weisse oder gebrochen weisse» werden «einfarbige und in der Farbigkeit der Altstadt» erlaubt. Künftig können neue Lauben standortabhängig bewilligt werden. Grundsätzlich wird Bauherren empfohlen, dass Bauvorhaben in der Altstadt frühzeitig mit der Bewilligungsbehörde besprochen werden.

Wer ein schutzwürdiges eigenes Interesse hat, kann innerhalb der aktuellen Auflagefrist Einwendungen erheben. Diese sind schriftlich beim Stadtrat einzureichen und haben einen Antrag und eine Begründung zu enthalten.