Birr

Farbe bekennen gegen Hass: Start-up lanciert Online-Malevents

Saskia und Mario Iten wollen mit bunten Farben aufklären.

Saskia und Mario Iten wollen mit bunten Farben aufklären.

Ein Eigenämter Start-up veranstaltet im «Pride»-Monat Online-Malevents für mehr Diversität.

Unte dem Motto «Beyond black and white» setzen sich Saskia und Mario Iten aus Birr für mehr Vielfalt und Selbstbestimmung in der Liebe ein. Pünktlich zum «Pride»-Monat Juni lancieren die beiden Geschwister mit ihrem Start-up Netwerkk eine Veranstaltungsreihe mit Fokus Homo-, Hetero- und Bisexualität. Geplant sind im Verlauf des Monats fünf sogenannte «ArtNights».

Mit ihren «ArtNights» zu unterschiedlichen Motiven sind die beiden mittlerweile in der ganzen Deutschschweiz erfolgreich unterwegs. 2018 gegründet, zählt das Unternehmen unterdessen 35 Künstler und 5 Office-Mitarbeiter. Unter Anleitung eines lokalen Künstlers kreieren die Teilnehmer ihr eigenes Kunstwerk. Ziel ist es, in ungezwungener Atmosphäre neue Leute kennen zu lernen. Die Malerei dient dazu, Menschen zusammenzubringen. Veranstaltungsort ist in der Regel eine Bar oder ein Restaurant.

Mit dem Lockdown wurde dieses Konzept von einem Tag auf den anderen über den Haufen geworfen. «In kurzer Zeit mussten sehr viele Entscheidungen getroffen werden», sagt Saskia Iten. Das Sitzungszimmer wurde kurzerhand zu einem Studio umgebaut, um so «ArtNights» über Livestream anbieten zu können. Zudem musste der Versand der Malutensilien auf die Beine gestellt werden. «Wir mussten unsere Abläufe komplett neu organisieren.»

«Solche Erlebnisse berühren uns»

Die Coronakrise sei für ihr Jungunternehmen eine riesige Herausforderung gewesen. So konnten die Ausfälle der Veranstaltungen vor Ort mit der Videoversion nicht ausgeglichen werden. «Wir durften aber dadurch auch viele positive Erfahrungen sammeln», sagt Iten. Mit den Livestreams konnte mit Menschen aus den abgelegensten Orten der Schweiz gemalt werden. Auch Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen das Haus nicht verlassen können, wurden so erreicht. «Solche Erlebnisse berühren und treiben uns tagtäglich an.»

Ursprünglich wäre die Durchführung der «Pride ArtNights» in lokalen Restaurants und Bars geplant gewesen. Als Visibility-Partner der in diesem Jahr abgesagten Pride Zürich ist es den Jungunternehmern auch persönlich wichtig, im «Pride»-­Monat Farbe gegen Hass zu bekennen. «Wir alle haben Freunde, Geschwister oder Kolle­gen, die eine Liebe leben, die nicht dem klassi­- schen Schwarzweiss-Denken entspricht.» Schnell war man sich einig, dass ein Zeichen gesetzt werden muss. Nebst den «Pride ArtNights» wird auch das Firmenlogo im Juni in Regenbogenfarbe gesetzt und die Aktivitäten mit Social Media begleitet.

«Love is Love» heisst das erste Motiv am 5. Juni

Die erste «Pride ArtNight» findet am 5. Juni statt. Das Material wird vorab nach Hause geschickt. 24 Anmeldungen sind bereits eingegangen. Unter Anleitung der Künstlerin Aida Gholfi wird zum Motto «Love is Love» gemalt. Mitmachen kann jeder, unabhängig von Geschlecht, sexueller Orientierung oder Alter. «Und falls es Teilnehmer gibt, die sich als Resultat unserer ‹ArtNight› später im realen Leben verabreden und kennenlernen möchten, dann ist das natürlich umso schöner.»

Meistgesehen

Artboard 1