Übliche Mauern würden den Schnabelhieben standhalten, doch diese Mauer ist mit einer Isolationsschicht eingekleidet. In diese konnten die Vögel eine 6 bis 7 cm breite Öffnung schlagen und dahinter ihr Nest anlegen.

Beide Geschlechter brüten bei den Spechten die Eier aus, wie Schulhausabwart Viktor Winter schilderte. Und inzwischen sei die Aufzucht in vollem Gang. Wie viele Jungtiere geschlüpft sind, wisse er nicht: Das Loch ist so eng, dass nur gerade zwei von ihnen gleichzeitig ins Freie gucken können, wenn nicht gerade ein Elternteil den Kopf hinaushält, um vom Partner Nahrung für den Nachwuchs entgegenzunehmen. Unermüdlich wird Futter herbeigeflogen, die Nestlinge haben offensichtlich grossen Appetit.

Fassade könnte Schaden nehmen

Die Lehrer und die Schülerschaft verfolgen mit Interesse die ungewöhnliche Aufzucht und den «Schulbesuch». Im Normalfall bleiben die Nesthäkchen recht lange im Mutterbau. Können die Jungtiere dann aber selber fliegen, werden sie von den Altvögeln aus dem Nest vertrieben.

Ist dies der Fall, wird Viktor Winter dafür sorgen müssen, dass das Loch fachgerecht geschlossen wird, da die Fassade ansonst weiteren Schaden nehmen könnte. Da kann man nur mit Friedrich Schiller seufzen: «Mein lieber Specht!» (NN)