Birr
Familie hilft Syrern im Flüchtlingslager

Naémi Wyss reiste mit ihrem Mann und ihren drei Kindern nach Jordanien, um die Menschen im Camp zu unterstützen. Am eindrücklichsten fand sie den Austausch mit den Flüchtlingen.

Nik Dömer
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Der Austausch mit den syrischen Kindern und Müttern war für Naémi Wyss (rechts) sehr eindrücklich.ZVG

Der Austausch mit den syrischen Kindern und Müttern war für Naémi Wyss (rechts) sehr eindrücklich.ZVG

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Die Flüchtlingswelle aus Syrien hat Jordanien stark getroffen. Alleine im Zaatari-Camp, dem grössten Flüchtlingslager der arabischen Welt, leben rund 85 000 Syrer in armen Verhältnissen. Vier Familien aus Birr wollten dieser Situation nicht mehr tatenlos zusehen. Sie schlossen sich der Stiftung Noiva an, die sich auf die Situation der syrischen Flüchtlinge in Jordanien konzentriert.

Die Stiftung Noiva wurde von Andi Kunz ins Leben gerufen, der unter anderem auch der Gründer der charismatischen Freikirche Harvest Network International ist. Einen Zusammenhang bestehe jedoch nicht, betont die freiwillige Mitarbeiterin Naémi Wyss. Es seien lediglich ein paar Helfer auch in der Freikirche, dies habe jedoch nichts miteinander zu tun.

Die Familie von Naémi Wyss ist eine dieser vier Familien aus Birr, die Hilfe geleistet hat. Gemeinsam haben sie im vergangenen Oktober Hilfsgüter für die syrischen Flüchtlinge in Jordanien gesammelt. Rund zweieinhalb Tonnen Kleider, Decken und Spielsachen kamen dabei zusammen.

Das Bedürfnis zu helfen

Die Familien kennen sich untereinander und kamen über den Kontakt zu Gründer Andi Kunz auf die Idee, sich für die Stiftung zu engagieren. Die Aktion stand im Zusammenhang mit dem – von Noiva durchgeführten – einwöchigen Helfereinsatz in der jordanischen Stadt Mafraq und dem nahegelegenen Flüchtlingscamp Zaatari. Drei der vier Familien nahmen an diesem einwöchigen Einsatz teil.

«Durch die Medien werden wir abgestumpft und vergessen schnell, wie dramatisch die Situation im Nahen Osten ist. Ich wollte mir selber ein Bild der Situation machen», so die 32-jährige Naémi Wyss. Sie hätte schon länger das Bedürfnis gehabt, Hilfe zu leisten. Daher haben sie und ihr Mann Jonathan entschieden, sich gemeinsam mit den Kindern der 140-köpfigen Noiva-Gruppe anzuschliessen und nach Jordanien zu reisen. «Ich hatte keine Bedenken, was die Sicherheit vor Ort anbelangte. Wir wohnten in einem Campus, in der Stadt Mafraq, der gerade nicht benutzt wurde», erzählt Wyss weiter. Die Kinder blieben auf dem Areal, während sie und ihr Mann sich gegenseitig abtauschten.

Am eindrücklichsten fand sie den Austausch mit den Flüchtlingen. Die Hilfsgruppe teilte sich in verschiedene Teams auf. So gab es unter anderem ein Handwerkerteam, ein Besucherteam und ein Mütterberatungsteam. «Ich habe viel Zeit mit den Frauen und Kindern verbracht. Nebst den Hausbesuchen spielten wir mit den Kindern Unihockey oder Fussball. Die Dankbarkeit der Menschen hat mich begeistert», ergänzt Wyss. Sie würde gerne auch in Zukunft wieder nach Jordanien reisen, um die Flüchtlinge zu unterstützen.

Film- und Informationsabend zum einwöchigen Aufenthalt in Jordanien, heute Freitag um 20 Uhr in der Aula des Schulzentrums Nidermatt in Birr.