Abschied
Familie Hählen: «Werden Cedric in seinen geliebten Bergen ruhen lassen»

Die Angehörigen des Aargauer Bergsteigers Cedric Hählen nehmen Abschied von ihrem Sohn, Bruder und Freund. Nach einem weiteren Suchflug folgte die traurige Gewissheit: der Hausener Cedric Hählen wird wohl nie mehr vom Gasherbrum I zurückkehren.

Simon Binz
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Die Familie des Österreichers Gerfried Göschl – der zusammen mit Hählen und dem Pakistaner Nisar Sadpara vermisst wird – hatte am 2. April, auf seiner Homepage, bereits eine Todesanzeige aufgeschaltet (wir berichteten). Die Leser des Blogs von Cedric Hählen wussten bis am Nachmittag desselben Tages nicht, ob die letzten Suchflüge einen Erfolg gebracht hatten.

Die traurige Gewissheit

Dann folgt die traurige Gewissheit. Das Home-Team von Hählen meldete sich auf seiner Homepage: «Machtlosigkeit... Unfassbarkeit.... tiefe Trauer... unendliche Liebe... einsame Stille...», beginnt der Eintrag am 2. April.

Bis zum 31. März, als die Hubschrauber zu einem letzten Suchflug gestartet waren, hätten sie sich «an einem Strohhalm des Glaubens an eine Rückkehr von Cedric und seinen Bergkameraden festgehalten», schreiben die Angehörigen. Sie hätten alles Mögliche versucht und in die Wege geleitet, um Hählen und seine Kameraden zu finden. «Zu unserem grossen Bedauern leider ohne Erfolg.»

Der letzte Suchflug

Drei Wochen ist es her seit dem letzten Lebenszeichen der drei Bergsteiger, Cedric Hählen (Schweiz), Gerfried Göschl (Österreich) und Nisar Sadpara (Pakistan), welche die erste Überschreitung eines Achttausenders im Winter schaffen wollten. Seit dem 9. März werden die Drei am Gipfel des Gasherbrum I (Hidden Peak) in Pakistan vermisst.

In einem mehrstündigen Flug wurde der Gipfel vergangenen Samstag ein letztes Mal abgesucht. «Der lange, zerklüftete und spaltenreiche Gletscher wurde mehrmals abgesucht. Dabei wurden die Piloten von erfahrenen und mit der Topographie des Berges vertrauten Bergleitern geleitet.» Sowohl der Normalweg als auch die neue Route sowie denkbare Abstiegsvarianten seien auf einer Höhe von 7200 Meter über Meer abgesucht worden. «Leider gab es nirgendwo irgendeine Spur, ein Zelt oder ein Zeichen von Cedric, Gerfried und Nisar.»

Der Wunsch von Cedric Hählen

«Cedric hat uns immer gesagt: ‹Wenn mir etwas am Berg passieren sollte dann lasst mich in meinen geliebten Bergen. Ich will nicht, dass sich andere in Gefahr begeben.› Wir werden seinen Wunsch respektieren – und Cedric in seinen geliebten Bergen ruhen lassen», heisst es auf der Homepage.

Die Familie bedankt sich dort bei allen Menschen, die ihnen geholfen, sie unterstützt, mit ihnen gebetet und ununterbrochen an Cedric Hählen geglaubt haben. Die Unterstützung die sie in dieser Zeit erhalten hätten sei einmalig und gebe ihnen Halt. «Auch den Freunden vor Ort in Pakistan möchten wir für die Unterstützung unseren herzlichen Dank aussprechen.»

Die Erinnerung an Cedric Hählen

Die Familie schreibt, dass sie Cedric Hählen immer als vorsichtigen und überlegten Bergsteiger und Kletterer in Erinnerung behalten werden. «Als fantastischen und liebenswerten Menschen, einzigartigen Sohn, besten Bruder, allerbesten Götti und einmaligen, unvergesslichen Freund.»

«Cedric, Du fehlst uns...wir werden dich und dein Lachen nie vergessen. In unendlicher Liebe: deine Eltern, deine Schwester mit Familie und deine Freundin», steht in dem Abschiedsbeitrag am Schluss.

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