Hausen
Falschparker aufgepasst: Nicht nur die Polizei verteilt Bussen

Ab nächstem Jahr kontrolliert in Hausen ein privater Sicherheitsdienst, ob Autos richtig parkiert sind.

Michael Hunziker
Drucken
Teilen
Auch die Falschparker aus der Schweiz werden in Deutschland zur Kasse gebeten. Key

Auch die Falschparker aus der Schweiz werden in Deutschland zur Kasse gebeten. Key

KEYSTONE

Das Auto am falschen Ort parkiert, die Parkscheibe nicht gestellt, die Gebühr nicht bezahlt: In einem solchen Fall verteilt die Polizei gerne einmal eine Busse. So weit, so gut. In Hausen kontrolliert ab nächstem Jahr auch ein privater Sicherheitsdienst den ruhenden Verkehr.

Der Mehrverkehr auf den Strassen sowie das Verhalten der Fahrzeuglenker führe zu zusätzlichen Problemen, sagt Roger Eichenberger, Gemeinderat in Hausen und zuständig für das Ressort Sicherheit. «Uns ist wichtig, dass Fussgänger und Velofahrer geschützt werden.» Oder anders ausgedrückt: Es gelte, der entsprechenden Verfehlungen der Fahrzeuglenker Herr zu werden und der Bevölkerung zu zeigen, dass man Rückmeldungen ernst nehme.

Die Herausforderung bestehe darin, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein, fährt Eichenberger fort. Das Angebot der Regionalpolizei (Repol) Brugg werde dem Bedarf von Hausen zu wenig gerecht und deshalb ergänzt. Für den Gemeinderat liegen die Vorteile auf der Hand: «Beim Sicherheitsdienst können wir genau bestimmen, wann wir welche Kontrollen auf welchen Strassen wünschen.» Bei der Regionalpolizei sei dies nicht immer möglich, weil diese auch ungeplante Einsätze habe. «Es ist klar, dass Notfälle vorgehen.»

Im Oktober wurde ein Testbetrieb durchgeführt. Dieser dauerte viermal eine Stunde. «Es konnten verschiedene Verstösse gegen das Strassenverkehrsgesetz gebüsst werden. Hauptsächlich wurde auf Trottoirs parkiert, sprich, der von Gesetzes wegen geltende Abstand von 1,5 Metern nicht eingehalten», stellt Eichenberger fest. In der Bevölkerung zu Diskussionen geführt hätten diese Kontrollen nicht. Auch an der Gemeindeversammlung sei der Testbetrieb kein Thema gewesen. Mit der definitiven Einführung ab nächstem Jahr müssten nun aber umfangreiche Erfahrungen gesammelt werden, räumt Eichenberger ein.

Konkret durch den Sicherheitsdienst kontrolliert werden die öffentlichen Parkplätze sowie die bekannten Hotspots. Ein Auge gerichtet wird ebenfalls auf die Eltern-Taxis. Muss man in Hausen nun besonders vorsichtig sein, wenn man sich auf den Strassen bewegt? Eichenberger winkt ab. Alle, die sich an die geltenden Regeln halten, hätten wie bis anhin nichts zu befürchten. «Wer die Gesetze aber nicht einhält, wird verzeigt – wie bei jedem anderen Verstoss im Strassenverkehr auch.»

Nebenbei: Der Sicherheitsdienst führt in Hausen schon heute Rundgänge bei öffentlichen Anlagen und Plätzen durch, um die Hausordnung durchzusetzen und den Vandalismus einzudämmen. Ebenso erfolgen Quartierkontrollen, um Einbrüche zu verhindern. «Wir sind mit dieser Lösung sehr zufrieden», sagt Eichenberger. Im ersten Jahr mit den Quartierkontrollen habe die Zahl der Einbrüche um 25 Prozent gesenkt werden können. Der Sicherheitsdienst mache die Einwohner beispielsweise aufmerksam auf offene Garagen oder Türen. In einem Fall habe ein Hausbesitzer sogar auf einen offenen Wasserschlauch und seinen überfluteten Garten hingewiesen werden können.

Ob der Bedarf nach mehr Parkplatz-Kontrollen vorhanden sei, müsse grundsätzlich jede Gemeinde selber beurteilen, sagt Heiner Hossli, Chef der Regionalpolizei (Repol) Brugg. «In Städten oder grösseren Ortschaften werden die Parkplatz-Kontrollen ausschliesslich von privaten Sicherheitsdiensten oder speziell angestelltem Personal vorgenommen. Auch in der Stadt Brugg oder in Windisch ist das teilweise so.» Die Regionalpolizei habe im Rahmen der Patrouillen zwar – auch weiterhin – ein Auge auf den ruhenden Verkehr. «Dies hat aber nicht erste Priorität.»

In dieser Jahreszeit, fährt Hossli fort, stiegen – «das zeigt leider auch die Statistik» – die Einbruchdiebstähle im Wohnbereich. «Gerade in Gemeinden im Bereich von Autobahnausfahrten werden solche Delikte vermehrt von Kriminaltouristen verübt.» Zusammen mit der Kantonspolizei werde deshalb aufgrund der täglichen Lagebeurteilung die Patrouillentätigkeit während der Dämmerungszeit und am Abend verstärkt, «um mit uniformierter Präsenz potenzielle Straftäter von ihrem Vorhaben abhalten zu können». Der Repol-Chef richtet einmal mehr auch den Appell an die Bevölkerung, bei verdächtigen Feststellungen die Notrufnummer 117 zu wählen.

Aktuelle Nachrichten