Diverse Informationen rund um das Lupfiger Alters- und Pflegeheim sorgten an der Generalversammlung des Altersheimvereins Eigenamt Ende März für Verwirrung. Und zwar so sehr, dass die GV im Mai zum Traktandum Budget wiederholt werden muss, wie Vizepräsident Mark Büttikofer bestätigt. Der Termin stehe allerdings noch nicht fest.

Zu dieser Wiederholung kommt es, weil vier Mitglieder aus Lupfig und Birrhard in einem eingeschriebenen Brief an Präsidentin Ursula Berger dies verlangten. Als Grund nannten sie die nicht statutenkonforme Abstimmung über das Budget 2017. Weil dieses von den Vereinsmitgliedern abgelehnt, aber von den vier Trägergemeinden Birr, Birrhard, Lupfig und Scherz gutgeheissen wurde, gelte der Budgetantrag als gescheitert, heisst es im Brief. Und weiter: «Erfolgt die Einladung an die ausserordentliche Generalversammlung nicht bis zum 25. April, müssen wir im Namen der Vereinsmitglieder vorsorglich das statutenwidrige Verfahren beim zuständigen Gericht einklagen.»

Tausende Franken Strafe?

Büttikofer räumt ein, dass an der letzten GV einiges unklar blieb und es zu Falschaussagen kam. So behauptete etwa Präsidentin Berger, dass man in der Vergangenheit mehrere Tausend Franken Strafen an den Kanton bezahlen musste, weil im Haus Eigenamt nicht genügend Fachpersonal ausgebildet worden sei. Man habe Geld ausgeben müssen, das man sinnvoller hätte einsetzen können, sagte sie. «Dies ist nachweislich falsch», schrieb Arzt Fredi Bärtschi, der nicht an der GV war, aber der az später erklärte, warum er sich nicht mehr in den Vereinsvorstand wählen liess. Ihm sei während seiner Tätigkeit nie zu Ohren gekommen, dass zu wenig Lernende angestellt waren und man Ersatzzahlungen hätte leisten müssen. Dies hätte ja auch in der Buchhaltung ersichtlich sein sollen, so Bärtschi.

Eine Ausbildungspflicht für Heime besteht laut Vizepräsident Mark Büttikofer und Vorstandsmitglied Richard Plüss seit 2006. «Finanzrelevant ist diese Regelung seit 1. Januar 2016, erstmals für die Ausbildungspflicht im Jahr 2015», ergänzt Dorina Jerosch, Leiterin Bewilligungen und Aufsicht beim kantonalen Departement Gesundheit und Soziales. Erreicht ein Betrieb den festgelegten Ausbildungs-Sollwert nicht, habe er eine Ersatzabgabe (sog. Malus) in eine Spezialfinanzierung zu bezahlen, fährt Jerosch fort. Mit diesen Malusbeiträgen könne dann unter anderem an Betriebe, die das festgelegte Ausbildungs-Soll übertreffen, ein Bonus ausgeschüttet werden. Das System diene der Sicherstellung von genügend Ausbildungsplätzen in den Gesundheitsberufen.

An Regeln gehalten

Büttikofer und Plüss betonen, dass im Haus Eigenamt die erforderliche Anzahl Lernende (drei Fachpersonen Gesundheit und eine Assistentin Gesundheit und Soziales) eingehalten wurde. Es seien keine Strafen bezahlt worden. Festgestellt wurden hingegen massive Lücken bei der Ausbildung wie fehlende Programme und Lernziele. «Ebenfalls nicht dokumentiert waren die Lernfortschritte der Auszubildenden», so Plüss und Büttikofer. Mittlerweile seien im Haus Eigenamt alle erforderlichen Unterlagen vorhanden sowie alle Ausbildungsplätze besetzt. «Wir hatten Glück.» So kamen sogar noch Lernende aus anderen Heimen in Lupfig unter.

Es gehe auch nicht darum, weitere Stellen abzubauen, um künftig vermehrt auf günstigere Lernende zu setzen, stellt Büttikofer klar. Zu all diesen Fragen und Unsicherheiten werde der Vorstand an der ausserordentlichen GV Auskunft geben und die Budgetzahlen besser erläutern.

Das Haus Eigenamt: