Brugg- Windisch

Fachhochschul-Studenten erstellen Risiko-Analyse für Brugg Cables

Studierende der FHNW wenden das Gelernte im realen Umfeld an.

Studierende der FHNW wenden das Gelernte im realen Umfeld an.

Das Thema Risiko stand im Fokus des Jahresanlasses des Studiengangs Wirtschaftsingenieurwesen der Hochschule für Technik an der Fachhochschule Nordwestschweiz. Zwei Studierende erklärten, wie sie die Grundlage für ein Controllingkonzept erarbeiteten.

«Risiko ist immer auch Chance – entscheidend ist die Sichtweise», erklärte Thomas Schmitt, Dozent am Studiengang Wirtschaftsingenieurwesen WIng der Hochschule für Technik an der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW). Zum Jahresevent des Studiengangs zum Thema Risiko konnte er, neben zahlreichen Gästen auch Regierungsrat Urs Hofmann und Rolf Soiron, Verwaltungsratspräsident der Holcim Ltd. und der Lonza AG, willkommen heissen.

«Draufgänger gehen eher drauf»

«Es ist wichtig und richtig, dass Unternehmer Risiken eingehen», betonte Regierungsrat Hofmann. «Allerdings können sie dabei rasch in ein Dilemma geraten. Und Draufgänger gehen eher drauf.» Rechtssicherheit sei daher wichtig. Wichtig sei aber auch, die Innovationskraft zu fördern und neue Entwicklungen einfliessen zu lassen. Hofmann verwies auf das HighTech-Zentrum und auf die Zusammenarbeit von Kanton, PSI, FHNW und Unternehmen für einen Innovationspark Innovaare. «Totale Sicherheit gibt es nicht», betonte er. «Es gibt auch keine Staatsgarantie für Unternehmen. Die wenigsten sind to big to fail.»

Übungsobjekt Brugg Cables

«Wir sind überzeugt dass es sehr viel Sinn macht, im Modul Legal & Risk Controlling angehende Unternehmer für das Risikomanagement zu sensibilisieren», betonte Markus Bösiger, Anwalt und Dozent am Studiengang Wirtschaftsingenieurwesen. «Mit diesem Modul kann bei den Studierenden ein Grundverständnis für rechtliche Risiken geweckt werden, das sie befähigt, ein Sensorium für rechtliche Zusammenhänge zu entwickeln.»

Die Hochschule, so Dozent und Anwalt Philipp Engel, setze dabei auf die Zusammenarbeit mit Unternehmen. «Der laufende Studiengang hat den Studierenden die Möglichkeit geboten, bei der Brugg Cables AG praktisch tätig zu sein.»

Die Studierenden Evelyne Schnaidt und Gregory Gemperle berichteten über ihre Erfahrungen mit Legal & Risk Controlling bei der Brugg Cables AG. «Wir haben im realen Umfeld eine Risikoanalyse erarbeitet», sagte Evelyne Schnaidt. «Bei unserer Gruppenarbeit zum Thema Marktposition wurde deutlich, wo sich das Unternehmen abhebt.» Eine weitere Arbeitsgruppe, so Gemperle, habe sich der Aspekte von Rechtsbeziehungen, insbesondere im Bereich Ein- und Verkauf sowie Transport, angenommen.

Aus diesen Arbeiten gingen umfangreiche Fragenkataloge hervor, aus denen Controllingkonzepte abgeleitet worden sind.

«Dramatisieren lähmt»

In einer Fragerunde mit Dozent Jörg Lagemann und den Studierenden Rebecca Loh und Patrik Fricker sprach Rolf Soiron über den Umgang mit der Unsicherheit. «Risiken soll man nicht dramatisieren», sagte er. «Das lähmt.»

Wichtig sei es jedoch, Organisationen für das Unvorhersehbare resilient zu halten. «Eine Kernvoraussetzung dafür ist eine Kultur des Vertrauens, der Offenheit, aber auch der Gelassenheit.»

Rolf Soiron erinnerte an Nassim Nicola Talebs «Black-Swan-Theorie» und gab zu bedenken: «Man muss wissen, dass die schwarzen Schwäne kommen.»

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