Mülligen
Exodus aus dem Gemeinderat Mülligen

Fehlender Rückhalt aus der Bevölkerung, fehlende Motivation: Gemeindeammann Leo Grünenfelder, Vizeammann Patrik Aebli und Gemeinderat Gerald Langof nehmen den Hut.

Michael Hunziker
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Gemeindeammann Leo Grünenfelder tritt zurück.

Gemeindeammann Leo Grünenfelder tritt zurück.

In Mülligen treten Gemeindeammann Leo Grünenfelder, Vizeammann Patrik Aebli sowie Gemeinderat Gerald Langof zurück. Über ihre Absicht und über die Hintergründe informierten sie die Bevölkerung am Dienstag mit einem Brief, der an alle Haushaltungen verteilt wurde. Sie hätten, so schreiben die drei Gemeinderäte, an der Gemeindeversammlung enttäuscht feststellen müssen, dass ihre Arbeit und Politik nicht gewürdigt werde. «Wir hatten mit Ausnahme weniger Stimmen in der Bevölkerung keine Unterstützung.» Es sei, so fahren sie fort, an der Versammlung klar kundgetan worden, dass die falsche Mannschaft am Ruder sei. Deshalb sei es ihnen nicht mehr möglich, sich mit dem notwendigen Einsatz motiviert und erfolgreich für das Dorf einzubringen.

Rückblick: An der Gemeindeversammlung vom 16. November wurde die Verkehrsführung des geplanten Kiesabbaus im Gebiet Langacher, Birrhard, erneut intensiv diskutiert. Gemeindeammann Grünenfelder legte dar, was bereits erreicht wurde, um den Lastwagenverkehr aus dem Dorf fernzuhalten. Der Gemeinderat als Gremium sowie der Gemeindeammann als Einzelperson wurden während der Versammlung mehrfach verbal angegriffen. «Eine als ‹Konsultativabstimmung› getarnte Misstrauenserklärung, drei Forderungen umfassend, wurde von 134 der anwesenden 148 Stimmberechtigten mit Applaus angenommen», schreiben die drei zurücktretenden Gemeinderäte. Anders gesagt: Es sei klar geworden, dass es nicht mehr um die Sache ging, sondern darum, dem Gemeinderat das Misstrauen auszusprechen.

Grünenfelder, Aebli und Langof bedauern ihre Rücktritte. Als gut funktionierendes, eingespieltes Team hätten sie sich während Jahren nicht nur als Gemeinderäte für Mülligen, sondern auch für zahlreiche weitere Organisationen, Institutionen, Kommissionen und Arbeitsgruppen für die Gemeinde und die Region einsetzen dürfen.

Die Rücktrittsersuchen wurden letzte Woche beim Departement Volkswirtschaft und Inneres in Aarau eingereicht. Das Datum der Neuwahlen steht noch nicht fest. Bis zu den Neuwahlen ist der bestehende Gemeinderat gesetzlich verpflichtet, die Geschäfte weiterzuführen.