Busdrama
Eurobus-Reisender: «Wir wurden stets an die Gurtenpflicht erinnert»

Beim Unfall mit dem Car in Norwegen wurden gemäss Augenzeugen Passagiere aus dem Bus geschleudert. Waren sie nicht angegurtet? Peter Schaffner war letzte Woche auf einer Norwegen-Reise. Er sagt: «Das Unternehmen nimmt die Anschnallpflicht ernst.»

Nadja Rohner
Drucken
Peter Schaffner aus Wildegg machte letzte Woche eine Car-Reise nach Norwegen.

Peter Schaffner aus Wildegg machte letzte Woche eine Car-Reise nach Norwegen.

Key / zvg

Waren die Passagiere des in Norwegen verunfallten Aargauer Reisecars angeschnallt? az-Leser Peter Schaffner aus Wildegg weiss aus eigener Erfahrung, dass das Tragen von Sicherheitsgurten beim betroffenen Reiseunternehmen zumindest üblich ist. Er ist erst vor einer Woche von einer Eurobus-Reise nach Norwegen zurückgekehrt.

„Schon kurz nach der Abfahrt in Windisch wurde uns ein Sicherheitsvideo gezeigt“, erinnert sich der 62-Jährige. „Darin wurden wir Passagiere ganz klar darauf hingewiesen, dass wir uns während der Fahrt angurten sollen.“ Der Chauffeur habe auch später vor jeder Abfahrt darauf hingewiesen.

„Die Passagiere haben sich gut daran gehalten“, sagt Schaffner. Er erinnert sich ausserdem daran, dass eine einheimische Reiseleiterin in Oslo vom strengen Verkehrsbussen-Regime der Norweger gesprochen habe. „Wer ohne Sicherheitsgurte erwischt wird, muss über 100 Euro zahlen.“

Busse sind standardmässig mit Guten ausgerüstet

Für die „Traumreise Nordkap-Lofoten“ setzt Eurobus einen Comfort-Bus ein. Laut Eurobus-Website verfügen diese über 26 bis 50 Plätze. Diese sind standardmässig mit Sicherheitsgurten ausgerüstet sind. (nro)

Auf Anfrage sagt bestätigt auch Jan Birger Jacobsen, Inspektor der Polizei Nord-Trøndelag, dass Norwegen auch für Reisebusse die Gurtenpflicht kennt. Und: «Der verunfallte Bus war mit Gurten ausgerüstet. Wir können im Moment aber noch nicht sagen, ob die Passagiere die Gurten auch getragen haben.» Dies werde im Zuge der Untersuchungen «hoffentlich geklärt», so der Polizeiinspektor.

Aargauer Busdrama in Norwegen - drei Schweizer tot, 13 verletzt (TeleM1)
8 Bilder
Der Unglücksbus wird am Tag nach dem Unfall in einer Werkstatt von norwegischen Spezialisten untersucht.
Der verunglückte Schweizer Reisecar und zahlreiche Helfer.
Der Bus knallte frontal in den Hang.
Die Polizei sichert den Unfallplatz.
Der Strassenabschnitt im Unfallgebiet gilt bei Einheimischen als gefährlich.
Der Bus war nach dem Crash in die Felswand völlig zerstört.
Der verunfallte Aargauer Bus von in Norwegen.

Aargauer Busdrama in Norwegen - drei Schweizer tot, 13 verletzt (TeleM1)

Keystone

Sicherheit ernst genommen

Schaffner hatte während seiner Norwegen-Reise einen guten Eindruck vom Sicherheitsdispositiv der Eurobus-Reiseleitung. „Der Chauffeur hat sich minutiös an die Sicherheitsvorkehrungen gehalten.“

Die Strassen in Norwegen seien allerdings teilweise ziemlich schlecht gewesen, das habe auch der Chauffeur erwähnt. Schaffner hält fest: „Das Busunternehmen und der Chauffeur können nicht viel mehr machen, als die Passagiere aufzufordern, sich anzuschnallen. Am Ende ist es Sache jedes Einzelnen, sich daran zu halten.“

Der Chauffeur des verunfallten Busses war laut Yvonne Keller, Assistentin der Eurobus-Geschäftsleitung, alleine unterwegs. Er konnte während der Fahrt also nicht prüfen, ob die Passagiere dauernd angeschnallt waren. Keller betont jedoch: „In allen Reisebussen von Eurobus gilt die Anschnallpflicht. Die Passagiere werden vor der Fahrt mit einem Sicherheitsvideo sowie vom Fahrer explizit darauf aufmerksam gemacht.“

Zudem erhalten die Gäste vor der Reise mit den Reiseunterlagen die Broschüre „Sicherheit und Umwelt bei EUROBUS“. „Darin wird ebenfalls darauf hingewiesen, dass das Tragen von Sicherheitsgurten obligatorisch ist.“

Der Unfall passierte auf der Europastrasse 6 in der Geimeinde Namsskogan. Die über 3100 Kilometer lange Strasse führt von der norwegisch-russischen Grenze südwärts durch ganz Norwegen und endet in Schweden.

Sie ist teilweise als Autobahn ausgebaut. Generell sind die meisten Strassen in Norwegen im Sommer recht gut befahrbar, wenn auch nicht immer asphaltiert.

Man muss aber ständig damit rechnen, dass sich Tiere – vor allem Rentiere – auf der Strasse befinden. Ausserorts gilt eine Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h.

Wie auf dieser Strasse in Nordfinnland muss man auch in Norwegen immer mit Rentieren auf der Fahrbahn rechnen
5 Bilder
Wenige Kilometer vom Nordkap entfernt herrscht auf den Strassen nicht viel Verkehr
Nicht alle grossen Strassen in Nord-Norwegen sind asphaltiert
Strasse in Norwegen
Rentiere in einem Tunnel in der Nähe des Nordkaps

Wie auf dieser Strasse in Nordfinnland muss man auch in Norwegen immer mit Rentieren auf der Fahrbahn rechnen

nro

Aktuelle Nachrichten