In einem Monat werden die beiden Brugger Stadtfest-Wochenenden schon beinahe der Vergangenheit angehören. Abgesehen von einer grossen Blache vor dem Stadthaus und einigen Plakaten deutet im Prophetenstädtchen derzeit noch wenig auf den Grossanlass des Jahres hin, an dem laut dem Budget des Organisationskomitees 50'000 Besucher erwartet werden. Am Sonntag ist OK-Präsident Jürg Baur aus den Ferien zurückgekommen. Nun stellt er sich auf der Brugger AZ-Redaktion unter anderem auch den kritischen Fragen, die in den letzten Tagen auf Facebook auftauchten. Fürs Foto gehts ins Kupperhaus. Im ehemaligen Steueramt werden das OK und die Blaulichtorganisationen während des Fests eine Kommandozentrale betreiben.

Worauf freuen Sie sich am Stadtfest am meisten?

Jürg Baur: Ich freue ich mich auf ein tolles Stadtfest mit spannenden Begegnungen. Am meisten freuen würde es mich, wenn alles rund läuft und es dem OK während des Fests fast langweilig wird (lacht).

Wie läuft der Vorverkauf der Festpass-Buttons?

Leider noch etwas harzig, obwohl wir sehr moderate Eintrittspreise haben und der öV aus der näheren Umgebung im Preis mitenthalten ist. Der Festpass für beide Wochenenden kostet nur 30 Franken. Heute planen viele Leute kurzfristig. Wir hoffen, dass noch viele Festpässe bis zum Beginn verkauft werden.

Was ist der grösste Unterschied zum Stadtfest 2013?

Eine schwierige Frage – es wird sich zeigen, ob die heutige Organisation viele Veränderungen zum letzten Fest bringen wird. Eines unserer Ziele ist, die Umsetzung des Festmottos «Verfärbt» sichtbar zu machen. Zudem hoffen wir, dass das Wetter etwas wärmer und schöner sein wird als vor sechs Jahren.

Wie nachhaltig ist das Brugger Stadtfest?

Wir versuchen, der Nachhaltigkeit gerecht zu werden. Zum ersten Mal werden Mehrweggeschirr und -becher eingesetzt sowie ein Pfand auf PET-Flaschen verlangt. Mit der Rückgabe des Geschirrs und der Plastikflaschen erhoffen wir uns, in der Stadt weniger Müll und Dreck zu haben. Weiter haben wir den Beizenbetreibern Kontakte für den Bezug von Brugger Holz vermittelt, welches für die Bauten verwendet werden könnte. Was die Vereine mit ihren Bauten nach dem Stadtfest machen, können wir hingegen kaum beeinflussen.

Was steht jetzt an? Welches sind die grössten Herausforderungen bis zum Fest?

Die Koordination der verschiedenen Aufgaben und Vorbereitungen ist zentral, damit alles auf den Zeitpunkt des Feststarts bereit ist. Wir beschäftigen uns mit vielen Details, beantworten viele Anfragen und finalisieren unzählige Abläufe. Die Arbeitsbelastung wächst enorm. Zudem ist es mir wichtig, dass das tolle OK motiviert bleibt.

Es wurde verschiedentlich Kritik laut, dass man vom OK nichts hört und das Stadtfest kaum vermarktet wird. Was sagen Sie dazu?

Dieser Kritik kann ich nicht zustimmen. Wer mit offenen Augen durch die Stadt geht, die regionalen Medien konsumiert, ist bestimmt gut informiert. Zudem folgen in den nächsten Tagen weitere Informationen. Wir wollen vor allem ein tolles Fest für die Stadt und die weitere Region.

Auf der grossen Werbeblache vor dem Stadthaus, die schon an der Expo zum Einsatz kam, steht kein Datum. Ist das Stadtfest nicht doch eher ein Insideranlass?

Nein, auf keinen Fall. Diese Blache soll auf das Fest hinweisen und die Leute animieren, die Website stadtfest-brugg.ch zu besuchen und für sich persönlich ein attraktives Festprogramm zusammenzustellen. Vielleicht finden wir noch einen digitalen Countdowner, den wir bei der Blache dazustellen könnten.

Kann man in den Festbeizen Tische reservieren?

Ja, gewisse Beizen nehmen Tischreservationen entgegen. Wir vom OK überlassen die Handhabung den einzelnen Beizenbetreibern. Anfragen für Firmenanlässe oder Gruppen, die zum Beispiel eine Klassenzusammenkunft organisieren möchten, haben wir an die Vereine verwiesen.

Während des Fests am Freitagabend und Samstag werden die Altstadt-Geschäfte normal geöffnet haben. Können die Kunden ohne Festpass zum Coiffeur?

Ja, Coiffeur-Kunden, andere Einkäufer und Anwohner brauchen keinen Button für den Besuch der Geschäfte. Besuchen sie aber das Fest, möchten wir sie zum Kauf eines Eintritts auffordern. Unser Ziel ist, dass alle mit Stolz den Stadtfest-Button tragen und so einen kleinen Beitrag an die hohen Ausgaben leisten.

Ohne die vielen Helfer wäre ein solches Fest nicht möglich. Suchen Sie noch?

Ein paar wenige Schichten sind noch offen, aber grundsätzlich verlief die Suche nach Helfern gut. Es haben sich einzelne Personen und auch Vereine gemeldet, die so einen wertvollen Beitrag ans Fest leisten werden.

Können Sie zum Schluss in einem Satz sagen, warum man Ende August das Stadtfest besuchen sollte?

Das Stadtfest, das am 23. August beginnt, ist eine gute Möglichkeit, tollen Menschen zu begegnen, vielfältige Kultur und eine abwechslungsreiche Gastronomie zu erleben sowie eine verfärbte Stadt zu feiern.