Geschäftsjahr 2017
Es lief nicht optimal für die Gruppe Brugg

Herber Rückschlag bei der Kabeldivision im letzten Geschäftsjahr – Aussichten für 2017 sind vielversprechend.

Michael Hunziker
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Statt über das durchzogene 2016 möchte er lieber über den guten Start ins 2017 reden: Verwaltungsratspräsident Otto H. Suhner. mhu

Statt über das durchzogene 2016 möchte er lieber über den guten Start ins 2017 reden: Verwaltungsratspräsident Otto H. Suhner. mhu

Michael Hunziker

Das vergangene Geschäftsjahr war durchzogen für die Gruppe Brugg. Verwaltungsratspräsident Otto H. Suhner sagte an der gestrigen Bilanzmedieninformation denn auch klar: «2016 lief nicht optimal für uns.» Es waren vor allem die Hochspannungs-Kabelprojekte, die einen herben Rückschlag erlitten. Bei einem Auftrag kam es zu technischen Schwierigkeiten und in der Folge zu einem teuren Garantiefall. Immerhin wurden die Mängel am Kabel noch vor der Auslieferung entdeckt und die Probleme konnten intern gelöst werden. Umgehend, wie CEO Urs Schnell sagte. Die Kabeldivision werde auf Kurs gebracht, versicherte Schnell. Im Herbst 2016 startete ein umfangreiches Programm zur Verschlankung der Organisation, zur Effizienzsteigerung in den Geschäftsprozessen sowie zur Reduktion von Risiken.

Dieses eine negative Ereignis habe die Gruppe Brugg in Mitleidenschaft gezogen, fügte der CEO an. Aber dank der starken finanziellen Basis habe diese Klippe umschifft werden können. Und grundsätzlich sei gut gearbeitet worden, das Positive überwiege. Die Herausforderungen in den anderen Bereichen – Seiltechnik, Rohrsysteme, Prozessleittechnik – seien hervorragend gemeistert worden. «Wir konnten stabile Resultate erzielen», fasste Schnell zusammen.

Welcher Einfluss hat Trump?

Auch der Start in das neue Jahr sei geglückt, die Aussichten seien vielversprechend, sagten Verwaltungsratspräsident Suhner und CEO Schnell bei ihrem Ausblick. Sowohl der Auftragseingang als auch der Umsatz bewege sich im Rahmen des Budgets. «Die Weltwirtschaft nimmt Fahrt auf», stellte Suhner fest. Auf die Frage, welchen Einfluss der neue US-Präsident Donald Trump auf das Geschäft haben wird, konnte er noch keine abschliessende Antwort geben. Es gelte vorerst abzuwarten. Fest stehe aber, dass die Gruppe Brugg präsent sei in Amerika und dieser Markt wichtig sei.

Das Unternehmen, fuhr der Verwaltungsratspräsident fort, habe sich drei Schlagworte auf die Fahne geschrieben: innovativ, profitabel, zukunftsorientiert. Alle seien bereit, dieses grosse Ziel mit Weitblick und Begeisterung zu erreichen.

Marktpräsenz trägt Früchte

Zurück zum Geschäftsjahr 2016: Die Marktbedingungen waren nicht einfach. Tiefe Energiepreise, geringe Investitionsbereitschaft, Überkapazitäten, wachsender Wettbewerbsdruck oder starker Franken lauteten ein paar der Stichworte. Der Gesamtumsatz sank um 5,8 Prozent auf 555,6 Mio. Franken. Vom Rückgang in etwa gleichem Umfang betroffen waren gemäss Gruppe Brugg die Hauptabsatzmärkte Schweiz, Europa und Asien. Erfreulicher entwickelt hätten sich die Umsätze in den Zukunftsmärkten Südamerika, Ozeanien und Afrika, wo der Ausbau der Marktpräsenz Früchte trage. Der betriebliche Cashflow war mit 0,45 Mio. Franken (Vorjahr 24 Mio. Franken) nur noch knapp positiv und laut Unternehmen «nicht zufriedenstellend».

Im Bereich Kabelsysteme war ein Umsatzrückgang von 13,9 Prozent auf 192,4 Mio. Franken zu verzeichnen. Bei der Seiltechnik dagegen nahm der Umsatz um 2,4 Prozent auf 171,9 Mio. Franken zu. Planmässig ging im letzten Herbst in Romanshorn das neue Werk der Fatzer AG in Betrieb. Damit verfügt die Gruppe Brugg nach eigenen Angaben über die «weltweit modernste und leistungsfähigste Anlage zur Herstellung von Schwerlastseilen für Seilbahnen, Winden und Seilbauwerke». Ende Jahr konnte Fatzer zum Beispiel den Auftrag zur Produktion der Seile für das Membrandach des neuen Stadions in Wolgograd an Land ziehen. In diesem werden einige Spiele der Fussball-Weltmeisterschaft 2018 in Russland ausgetragen.

«Centurion Tower» ist auf Kurs

Im Bereich Rohrsysteme ging der Umsatz um 4,3 Prozent auf 129,3 Mio. Franken zurück. Projekte für Fernwärme- oder Fernkältenetze wurden wegen der tiefen Preise von fossiler Energie nicht realisiert.

Bei der Prozessleittechnik, der Firma Rittmeyer AG, sank der Umsatz ebenfalls leicht um 2,4 Prozent auf 66,5 Mio. Franken. Jedoch stehe diese Sparte mit ihrem Schwerpunkt auf Engineering und Dienstleistung nicht im gleichen Masse unter Margendruck wie die Produktionsbetriebe, führt die Gruppe Brugg aus. Erfreulich stabil sei das Wasserversorgungsgeschäft. Die Rittmeyer AG habe sich mit innovativen Tools auf diesem Gebiet eine starke Position erarbeitet.

Bei den Immobilien schliesslich geht es vorwärts mit dem Projekt «Centurion Tower». Für das geplante, 15-geschossige Hochhaus mit Hotel, Dienstleistungsbetrieben sowie Eigentums- und Mietwohnungen beim Fachhochschul-Campus Brugg-Windisch wird für Mitte 2017 mit der Baubewilligung gerechnet. Unmittelbar danach soll der Spatenstich erfolgen.

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